Weihnachtsbaum-Verkauf: Alle Jahre wieder: Nobilis und Fichte
VON JAN DREBES - zuletzt aktualisiert: 09.12.2010 - 08:40Düsseldorf (RPO). Es ist eisig an diesem Nachmittag. Der Fürstenplatz wirkt verlassen. Nur wenige Kinder schaukeln auf dem Spielplatz. Aber an der Ecke, beim kupfernen Handwerkergott Vulcanos am Industriebrunnen, wird schwer gearbeitet.
Werner Droste und sein Sohn Sascha laden in Netze eingepackte Weihnachtsbäume von einem großen Anhänger ab und stellen sie behutsam an die Zäune und die Holzhütte an ihrem Stand. Das macht der Senior in der Vorweihnachtszeit schon seit 35 Jahren hier. "1975 war ich zum ersten Mal auf dem Platz", sagt der 71-jährige Werner Droste mit sauerländischer Sprachfärbung.
Da kommt er her, aus Lennestadt im Sauerland. "Ich wohne mit meinen Helfern aber jedes Jahr drei Wochen immer im gleichen Hotel. Da sind dann auch andere Weihnachtsbaumverkäufer, und jeden Abend ist was los", berichtet Droste. Mit zehn Leuten betreibt er mehrere Verkaufsstände in Düsseldorf, Werner Droste steht aber stets am Fürstenplatz.
Neben seinem Sohn helfen Schwiegersohn, Schwiegertochter und an den Wochenende auch sein Enkel Jan. "Der ist 18 Jahre alt und hat Spaß daran. Fußball geht für ihn aber vor", sagt Opa Droste schmunzelnd und mustert eine der wunderbar riechenden Nordmanntannen mit prüfendem Blick.
Nordmanntannen am beliebtesten
Die gehen bei den Kunden am besten – weil sie erst nach vielen Wochen anfangen zu nadeln. "Als ich 1962 angefangen habe einem Kunden aus einem Autohaus in Dortmund an dessen Weihnachtsbaumstand auszuhelfen, haben wir noch zu 90 Prozent Fichten verkauft", erinnert sich der Rentner, der als Kaufmann Autos verkauft hat. "Daraus wurde dann ein regelmäßiges Hobby und zehn Jahre später hatte ich den Stand hier." Deswegen habe seine Frau auch nichts dagegen. "Die habe ich, wie auch die Bäume, Anfang der 60er kennen gelernt – und so kennt sie mich gar nicht anders", sagt Droste lachend, und zieht sich wieder die dicken Handschuhe an.
Das Fachwissen von Werner Droste hat sich herumgesprochen – genauso wie die Qualität seiner Bäume, die er aus Dänemark liefern lässt und vorher dort beim Händler seines Vertrauens angeschaut hat. "Jeden Baum den ich verkaufe, habe ich vorher schon einmal gesehen und angezeichnet. Deswegen kann ich mit gutem Gewissen sagen: Wir haben Granatenbäume", meint Droste stolz.
Und so beliefert er nicht nur Geschäfte, Kirchen und Hotels, sondern freut sich auch über viele Stammkunden. Zwei davon schlendern gerade durch die Reihen der zahlreichen Nobilis-, Nordmann-, Douglas- und Blautannen. Nobilis-Tannen sind dabei die edelsten.
Ein 2,50 Meter großer Baum kann dann schon mal rund 60 Euro kosten. Im Gespräch mit seinen Kunden Marco und Nina scheut der leidenschaftliche Verkäufer Droste den Aufwand nicht, einige der Bäume auszupacken. Schließlich fällt die Wahl auf eine Nordmanntanne. "Wir kaufen jetzt, weil wir auch in der Adventszeit einen Weihnachtsbaum haben wollen", sagt die 32-jährige Nina. Da sie christlich-orthodox ist und erst am 6. Januar Weihnachten feiern wird, muss der Baum so lange halten. "Bei der Qualität dieser Bäume kein Problem", meint der 38-jährige Marco.
Die beiden wohnen in der Nachbarschaft, aber manche Stammkunden reisen aus dem Umland an. Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass auch Prominente zum Kundenkreis von Werner Droste gehören. Der Geschäftsmann lässt aber kaum etwas durchblicken. Einige Fortuna-Spieler seien schon mal hier gewesen. "Und ich rechne fast damit, dass auch Michael Ballack vorbeikommen wird, wenn er jetzt schon in Oberkassel wohnt", sagt Droste und blickt verschmitzt unter seiner warmen Mütze hervor. Er selbst möchte an Weihnachten, nach den letzten paar stressigen Tagen vor dem Heiligen Abend, im Sauerland nur noch die Füße hochlegen und auf seinen eigenen Weihnachtsbaum schauen: eine prächtige Nobilis-Tanne.
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