Südpiste gesperrt: Alle landen auf der Nordbahn
VON STEFAN KAUFMANN - zuletzt aktualisiert: 26.05.2008 - 08:55Düsseldorf (RPO). Der Flughafen Düsseldorf hat zwei Start- und Landebahnen. Doch in den nächsten Wochen ist die südliche Piste für Landeanflüge gesperrt, die Flieger weichen auf die Nordbahn aus. Für die Anwohner soll der Lärm gleich bleiben.
Düsseldorf Ab heute steuern alle Piloten, die auf dem Düsseldorfer Flughafen landen wollen, automatisch die nördliche Piste an. Denn voraussichtlich bis zum 10. Juli ist die südlichere der zwei Bahnen für Landungen gesperrt. „Starts sind dort zwar noch möglich, doch landen werden die Flugzeuge in den kommenden Wochen auf der Nordbahn“, sagt Flughafensprecher Christian Witt.
Den Grund für die Sperrung liefern Arbeiten an einem Rollweg vor der Südbahn. Darüber gelangen die Flieger, nachdem sie wieder Boden unter den Rädern haben, zu ihrem jeweiligen Stellplatz. Seit einem Jahr wird diese Zufahrtstraße Abschnitt für Abschnitt saniert - jetzt müssen Kabel und Rohre verlegt werden. „Dafür benötigen wir einen Kran, den wir dort nun aufbauen“, sagt Witt. Der wiederum stört allerdings das so genannte Instrumenten-Landesystem mit dem den Piloten der Flugweg nach Düsseldorf gewiesen wird. „Spätestens 18,5 Kilometer vor dem Aufsetzen müssen die Flieger in der Verlängerung der Bahn sein, auf der sie landen wollen“, erklärt Michael Fuhrmann von der Flugsicherung. Dann erhalten die Piloten die Koordinaten, wie sie sicher Düsseldorf erreichen. Nähert sich das Flugzeug aus Westen, dann muss es ungefähr über Kleinenbroich auf Kurs sein. Erfolgt der Anflug aus östlicher Richtung, ist der Baldeneysee in Essen der Fixpunkt.
„Die Linie ließe sich auf einer Landkarte mit dem Lineal ziehen“, sagt Fuhrmann. Von da an fliegen die Piloten schnurstracks geradeaus. „Da unsere Bahnen nur 500 Meter auseinander liegen, ändert sich an der Einflugschneise trotz des geänderten Flugplans im Prinzip kaum etwas“, sagt Witt. Neue Ortschaften und Städte seien durch den Flugverkehr nicht tangiert. Die Gebiete, die seit jeher betroffen sind, überfliegen einige Flugzeuge in den nächsten Wochen eben 500 Meter versetzt.
„Deshalb gehen wir davon aus, dass die neue Regelung keinen großen Einfluss auf den Lärm hat“, sagt Witt. Zumal auch schon seit längerem, sobald der Flughafen Düsseldorf auf Zwei-Bahn-Betrieb umstellt, auf der Südbahn gestartet und auf der Nordbahn gelandet wird. Das ist bisher an 56 Stunden in der Woche der Fall, zwischen 6 und 22 Uhr. „So sieht es die Betriebsgenehmigung vor“, sagt Fuhrmann. Die anderen 56 Stunden ist eigentlich ein Einbahn-Betrieb auf der südlichen Piste vorgesehen. Doch der Kran macht diesen erst einmal unmöglich.
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