Lieferung verzögert sich: Alle warten auf die blaue Tonne
VON MICHAEL BROCKERHOFF UND TINA STOCKHAUSEN - zuletzt aktualisiert: 09.05.2008 - 08:14Düsseldorf (RPO). Die Lieferung der neuen Behälter an die Awista verzögert sich. Dennoch soll der Start des Großversuchs pünktlich beginnen. Viele Düsseldorfer wünschen, dass die Altpapier-Container in der Stadt stehen bleiben.
Der Zeitplan für die Einführung der Altpapier-Tonne wird eng. Denn noch sind die 50000 bestellten blauen Deckel nicht eingetroffen, der ursprüngliche Liefertermin für gestern wurde vom Hersteller nicht gehalten. „Frühestens Anfang der nächsten Woche kann mit dem Herrichten der neuen Tonnen begonnen werden“, sagte Ralf Böhme, Sprecher des Abfallwirtschaftsbetriebs Awista.
Die Montage geschieht aber nicht in Düsseldorf, sondern in Werkstätten der Partnerfirma Remondis in Langenfeld und Wülfrath, erklärt Böhme. Von dort werden die Tonnen wahrscheinlich auch direkt ausgeliefert. Das ergebe sich aus der vereinbarten Arbeitsteilung der Partnerunternehmen.
Trotz der Verzögerung geht Böhme davon aus, dass die neuen Behälter rechtzeitig zu den Häusern gebracht werden können und sich der geplante Start des Leerens Ende Mai/Anfang Juni nicht verzögert.
Das erwarten auch viele Düsseldorfer. Denn die Zahl der Bestellungen steigt kontinuierlich, inzwischen ist die 5000er-Marke überschritten. Im Schnitt werden laut Böhme etwa 1000 Tonnen pro Tag bestellt.
Es wächst aber auch die Skepsis von Bürgern. Sie wollen die Tonne, deren Bezug freiwillig ist, nicht bestellen, weil kein Platz im Haus ist oder weil sie die Tonnen nicht - wie von der Stadt verlangt - selbst an die Straße stellen können. Immerhin wiegt eine gefüllte Tonne etwa 30Kilogramm.
„Noch eine Tonne vor der Haustür - das ist zu viel.“ Mit dieser Meinung spricht Inge Terspecken vielen Düsseldorfern aus der Seele. Das bisherige System habe sich bewährt. Der neue Vorschlag der Stadt bringe nur Unruhe und Unsicherheit, ist sie überzeugt. Und gegen die Dreckecken rund um Container könne man vorgehen.
Die Seniorin weiß, wovon sie spricht. Denn als ehrenamtliche Containerpatin investiert sie seit vier Jahren viel Zeit, damit es rund um ihren Container an der Max-Born-Straße ordentlich aussieht. Mittlerweile hat sie sich bei den Anwohnern Respekt verschafft. Papierberge und Müllhaufen - so etwas gibt es vor der ihrem Container nicht mehr. „Aber ich weiß, dass andere Standorte wirklich schlimm aussehen“, sagt Terspecken.
Trotz dieser Dreckecken wünschen sich vor allem die Bewohner, die in ihrem Haus keinen Platz für die blaue Tonne haben, weiterhin Container in der Stadt. „Wohin soll ich sonst das Altpapier bringen?“, fragte eine Anruferin bei der RP.
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