Stadt übergibt ersten Bauabschnitt: Alte Paketpost wird Probebühne
VON KATHARINA SPRENKAMP - zuletzt aktualisiert: 16.06.2008 - 16:16Beim Umbau der Paketpost an der Worringer Straße ist die erste Etappe abgeschlossen. Am Montag übergab die Stadt Düsseldorf drei Probebühnen und eine Studiobühne an das Schauspielhaus. Die Kosten belaufen sich auf 23 Millionen Euro. Wo früher vollbeladene Paketzüge durchfuhren, wird demnächst für Inszenierungen wie "Don Carlos" und "Stella" geprobt.
Noch wirken die neuen Räumlichkeiten etwas leer, überall in der Luft liegt Holzgeruch. Im ersten Proberaum fällt ein rechteckiger grauer Graben auf. Hier sieht es im Moment noch so aus, als würde demnächst nicht die Schauspielerei, sondern das Schwimmen geprobt. „Da kommt noch die Bestuhlung hin“, erklärt Kulturdezernent Hans-Georg Lohe. „Damit wird das Publikum simuliert. Besonders wichtig ist Reihe 8, die Regiereihe. Von hier aus werden die Schauspieler von der Regie kritisch beurteilt.“
Ab dem 11. August beginnen die Proben. Auf drei verschiedenen Bühnen können dann drei Inszenierungen gleichzeitig geprobt werden. Dies stellt für das Schauspielhaus erhebliche Synergieeffekte dar, waren die früheren Probebühnen, Werkstätten und Lagerflächen doch überall in der Stadt verteilt. "Die Umräumarbeiten entfallen demnächst, dadurch sparen wir erhebliche Transport- und Personalkosten" erläuterte Lohe die Vorteile der räumlichen Zusammenlegung.
„Nun kann von 10 bis 23 Uhr geprobt werden, und das Requisit, dass der Schauspieler am Vorabend abgelegt hat, ist ganz bestimmt noch am nächsten Morgen an der selben Stelle“ verspricht auch Thomas Meissner, technischer Direktor am Schauspielhaus. Zwei der Probebühnen sind in ihren Ausmaßen inklusive eines zugehörigen Orchestergrabens naturgetreu den Bedingungen im Schauspielhaus nachempfunden. Dadurch kann bis zur technischen Einrichtung im Schauspielhaus im Originalmaßstab geprobt werden. Fertiggestellt ist zudem eine neue Studiobühne, die Platz für bis zu 200 Zuschauer bietet.
Günstige Verkehrsanbindungen und erste Veranstaltungen
Für Künstler und Angestellte gibt es geräumige Büro-, Umkleide und Sanitärräume. „Das sieht ja hier alles schöner als bei mir zuhause aus“ bemerkte Bürgermeister Dirk Elbers anerkennend, der stellvertretend für die Stadt Düsseldorf die neuen Räume ans Schauspielhaus übergab. Zudem verwies Elbers auf die gute Infrastruktur, neben der direkten Anbindung an den Düsseldorfer Hauptbahnhof wird im Sommer 2009 auch der Fernbusbahnhof fertiggestellt sein. "Damit sind die Verkehrsbedingungen ideal."
Schon vor einem Jahr sollten in dem einstigen Postgebäude neben dem Hauptbahnhof die Probebühnen eingeweiht werden. Ursprünglich waren für die gesamten Baumaßnahmen 39,6 Millionen Euro veranschlagt worden, Elbers bezifferte die tatsächlichen Kosten heute mit 60 Millionen Euro.
Doch der Blick soll nach vorne gehen: Schauspielhaus-Intendantin Amélie Niermeyer lud dann auch direkt zur ersten Veranstaltung in die provisorischen Probebühnen ein: "Vom 19. bis zum 22. Juni findet hier als Auftaktveranstaltung das Theaterfestival 'Gimme Shelter', ein deutsch-amerikanisches Theaterfestival, statt." Von der neuen Studiobühne können sich die Düsseldorfer ab Frühjahr 2009 selbst ein Bild machen.
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