22.000 Besucher in diesem Jahr: Altstadtherbst kam beim Publikum an
zuletzt aktualisiert: 07.10.2003 - 14:56Düsseldorf (dto). Mit einem festlichen Orchesterkonzert in der St. Andreas Kirche ging am vergangenen Sonntag der Altstadtherbst zu Ende. Mit Ralph Vaughan Williams, Thomas Blomenkamp und Felix Mendelssohn Bartholdy verzauberte das Altstadtherbst Orchester Düsseldorf sein Publikum. 22.000 Kulturliebhaber besuchten in diesem Jahr die rund 60 Veranstaltungen in Kirchen, Industrieräumen oder im ISIS-Zelt. Für diesen Herbst verabschiedet sich das Festival, jedoch nicht ohne den gegenwärtigen Anspruch auch für das nächste Jahr zu formulieren: „Einen Balanceakt zwischen Anspruch und Unterhaltung, zwischen Konzept und Kommerz immer wieder zu wagen“.
Die „Aromen des Unbekannten“ – Motto des diesjährigen Altstadtherbstes – haben dem Publikum offenbar geschmeckt. An 18 Festivaltagen fanden vom 18. September bis 5. Oktober fast 22.000 Zuschauer den Weg zu den 60 Konzerten und Vorstellungen. Das sind 2.000 mehr als noch im vergangenen Jahr, obwohl die Zahl der Veranstaltungen geringer war als noch 2002. Nach Auskunft der Veranstalter habe man in den großen Spielstätten eine Auslastung von 82,5 Prozent erreicht.
Schauspieler Dominique Horwitz und seine „Dreigroschenoper“ erwies sich dabei als einer der Publikumsmagneten. Aber auch Juan José Mosalini und sein Grand Orchestre de Tango zogen mit Eleganz und Leidenschaft das ausverkaufte Zelt in seinen Bann. Fußgetrampel und Beifallstürme gab es auch für die „Arabian Grooves“, das musikalische Gipfeltreffen zwischen der Schäl Sick Band und den Jung-Stars der arabisch-französischen Qud-Liga, großen Applaus auch für die schwedischen Avantgarde-Artisten von Cirkuspiloterna.
Aber auch außerhalb der großen Spielstätten fand das Festival großen Zuspruch. Das freut die beiden Altstadtherbst-Macher Christiane Oxenfort und Andreas Dahmen besonders, nehmen sie doch das Risiko solcher Konzeptionen bewusst in Kauf, mal mehr, mal weniger Liebhaber für eine Vorstellung zu finden. So strömten Liebhaber der klassischen Musik zu Brahms vierhändiger Fassung des Deutschen Requiems und Szenegänger zur Asian Cyber Night Party mit dem DJ Genetic druGs.
Zufriedenheit bei den Veranstaltern auf ganzer Linie: Der 13. Altstadtherbst hat den Zuschauerrekord erneut gebrochen und die Veranstalter darin bestärkt, das Programm weiterhin so zu gestalten, dass es dem Profil des Festivals entspricht. Das Publikum weiterhin auf seiner Seite zu haben, ohne aber um jeden Preis nach der Gunst schielen zu müssen.
Was im nächsten Jahr an Höhepunkten kommt, liegt noch in den Sternen, soviel sei aber verraten: Der Balanceakt zwischen Anspruch und Unterhaltung, zwischen Konzept und Kommerz wird in jedem Fall gewagt.
Von BIRGIT KRANZUSCH
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