Neuer Straßenbelag: Altstadtpflaster im Fachausschuss umstritten
VON DENISA RICHTERS - zuletzt aktualisiert: 24.06.2010 - 09:04Düsseldorf (RPO). Die geplante einheitliche Pflasterung in einem Großteil der Altstadtgassen erhitzt auch innerhalb der Ratsfraktionen die Gemüter. Die Mitglieder des Stadtplanungsausschusses hatten am Mittwoch zwar nicht über die Vorschläge der Stadtverwaltung für Pflasterung und Stadtmöbel (bis 15. Juli werktags im Innenhof des Rathauses zu sehen) zu entscheiden, sondern sie zunächst nur zur Kenntnis zu nehmen. Debattiert wurde dennoch.
Das Rathaus will die "Flickschusterei" der vergangenen Jahrzehnte – fast jede Altstadtgasse ist anders gepflastert – durch einen einheitlichen Bodenbelag ersetzen. Nur vor dem Rathaus, auf der Mühlen- und Marktstraße sowie vor dem Brauhaus Uerige soll das historische Pflaster bleiben. Zwei Varianten sind nun im Rathaus-Innenhof zu sehen: eine in einheitlichem Grau und eine grau melierte. "Das sieht doch aus wie Keller-Schmutz", sagte Annelies Böcker (CDU) über Letztere. Ein Großteil ihrer Fraktionskollegen ist da anderer Ansicht.
Auch Mitglieder des Seniorenbeirats meldeten sich zu Wort, baten darum, sie vor allem bei der Wahl der Bänke einzubinden. Heinz-Jürgen Osterland brachte sogar einen Holzsplitter mit: "Bei den Bänken im Innenhof splittern schon jetzt nach zwei Wochen Teile heraus." SPD-Fraktionschef Markus Raub kritisierte die Vorschläge als zu langweilig.
Seine Parteifreundin Gudrun Hock warf schließlich eine neue Idee in die Runde: "Wir haben doch in die Düssel. Warum legen wir nicht wie andere Städte die Wasserwege offen?" Verwundertes Kopfschütteln bei CDU und FDP. "Frau Hock weiß nicht, wo die Düssel unterirdisch fließt", merkte CDU-Fraktionschef Friedrich G. Conzen am Rande der Sitzung an. "Um sie freizulegen, müssten wir das halbe frühere Gerichtsgebäude an der Mühlenstraße abreißen und die Maxkirche gleich dazu."
FDP-Fraktionschef Manfred Neuenhaus betonte, dass man mit der Pflasterung nicht die Altstadt revitalisieren, sondern einen vernünftigen Belag wolle, "auf dem alle laufen können".
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