Discounter will eröffnen: Am Südring droht der Dauerstau
VON CHRISTIAN HERRENDORF - zuletzt aktualisiert: 03.02.2010 - 07:40Düsseldorf (RPO). Über die hochbelastete Achse an der südlichen Grenze der Innenstadt rollt künftig noch mehr Verkehr. An der Kreuzung zur Aachener Straße will ein Discounter eröffnen. Die Grünphase der dorthin führenden Linksabbiegespur dauert gerade einmal zehn Sekunden.
Nach den Fortschritten im vergangenen Jahr stehen am Düsseldorfer Südring bald neue Belastungen zu befürchten. Trotz der Entschärfung (siehe Info) herrscht auf der Hauptverkehrsachse im Berufsverkehr immer noch regelmäßig Stau, nun soll an der Kreuzung zur Aachener Straße (in der Nähe der Auffahrt zur A 46) ein Aldi-Markt entstehen. Das würde noch mehr Autos auf dem Südring bedeuten und noch größere Probleme in der Linksabbiegespur zur Aachener Straße.
Diese ist heute schon stark belastet, bei zusätzlichem Kundenverkehr drohen dort Rückstaus bis in die Spuren, in denen die geradeaus fahrenden Autos unterwegs sind – und damit der Verkehrsinfarkt. Lösungen sind wegen der zahlreichen Autos in den übrigen Spuren derzeit nicht erkennbar. Der zuständige Mitarbeiter des Amts für Verkehrsmanagement war gestern auf Anfrage der Rheinischen Post nicht zu erreichen.
Arbeiten am Südring
2009 In den Sommerferien hat das Amt für Verkehrsmanagement den alten Asphalt ersetzt, die Fahrbahn angehoben und die Kurven verbessert. Kosten: 471 000 Euro
2010 In diesem Sommer plant die Stadt die Straßen zu sanieren, die zum Südring führen. Von Erasmus- und Mecumstraße sowie der sie teilenden Kopernikusstraße sollen die tiefen Spurenund vielen Risse verschwinden und durch Flüsterasphalt ersetzt werden.
Die Grünphase in der Abbiegespur dauert heute gute zehn Sekunden. In dieser Zeit schaffen es im Idealfall fünf bis sechs Autos über die Kreuzung. Diese Grünphase zu verlängern erscheint nicht möglich, denn dann würde der Verkehr in den drei Spuren, die von der Kardinal-Frings-Brücke zur A 46 beziehungsweise in die Düsseldorfer Innenstadt führen, länger aufgehalten und ein ebenso großes Verkehrsproblem wie in der Gegenrichtung heraufbeschworen.
Drei weitere Stau-Faktoren
Die Pläne für das Gelände an der Kreuzung sehen einen Neubau mit rund 1000 Quadratmetern für den Discounter sowie Büros in den oberen Geschossen und ein Café vor. Dafür sind mehr als 200 Stellplätze auf dem Parkplatz und auf dem Parkdeck vorgesehen. Die Lage des Supermarkts gilt als exzellent – wegen der hohen Verkehrsdichte auf dem Südring, und weil in den benachbarten Stadtteilen Volmerswerth und Flehe nach Angaben von Stadtplanern "eine Unterversorgung an Einzelhandel" herrscht.
Verschärft wird die Dauerstau-Gefahr durch drei Faktoren: die Verkehrsführung auf der Aachener Straße, weitere Pläne für das Viertel und die Zusatzattraktionen am Wochenende. Denn an jedem Samstag lockt der große Trödelmarkt auf dem Aachener Platz weiteres Publikum an die südliche Grenze der Düsseldorfer Innenstadt – ausgerechnet also an jenem Tag, an dem voraussichtlich auch die meisten Kunden zum neuen Discounter fahren. Hinter dem Aldi-Markt und seinen beiden Mitbewerbern Lidl und Edeka ist zudem ein Gewerbegebiet mit Betriebswohnungen geplant, was noch einmal zusätzlichen Autoverkehr für den Südring ankündigt.
Die Verkehrsführung auf der Aachener Straße ist bereits jetzt heikel, weil wegen der parkenden Autos am Straßenrand in jede Richtung nur eine Fahrspur zur Verfügung steht. Diese müssen sich Autos und Lieferwagen, Radfahrer und die Straßenbahnen der Linie 712 teilen. Diese Konkurrenz gilt schon beim heutigen Verkehrsaufkommen als potenzielle Ursache für Rückstaus zum Südring.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport,
Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder,
Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.






