Volle Einkaufsstraßen: Ansturm auf die Innenstadt
VON ALEXANDRA VAN DER VELDEN - zuletzt aktualisiert: 24.11.2008 - 07:28Düsseldorf (RPO). Ab Samstagmittag strömten hunderttausend Kunden in die Einkaufsstraßen. Besonders gefragt waren, wegen des Kälteeinbruchs, warme Textilien. Der Handel spricht von einem guten Ergebnis. Viele nutzten die Gelegenheit für einen Bummel über den Weihnachtsmarkt.
Bummeln, Glühwein trinken, Gucken und Kaufen – zu diesem Zweck waren am Samstag nach Schätzungen der Düsseldorf Marketing und Tourismus GmbH (DMT) mehr als hunderttausend Menschen in die Stadt gekommen. „Vormittags haben die Leute wohl noch abgewartet, ob es weiter stürmisch bleibt oder Glatteis gibt. Doch dann haben sie sich aufgemacht“, vermutet Marco Lippert, Sprecher der DMT.
Am frühen Nachmittag waren die Weihnachtsmärkte bereits gut besucht. „An diesem Wochenende hatten wir viele ausländische Gäste in der Stadt“, resümiert Lippert. Einkaufen gingen beispielsweise die Besucher der Fachmesse Medica, die nach drei Jahren erstmals wieder während des Weihnachtsmarktes lief. „Während der Medica haben wir viele amerikanische Kunden, die Räuchermännchen kaufen“, erzählt Elke Joachimsmeyer, die einen Stand mit Kunsthandwerk aus dem Erzgebirge vor dem Carsch-Haus betreibt.
Aufgrund der kalten Witterung gab es einen wahren Ansturm auf Textilien: „Das Wetter hat uns dabei geholfen, unsere Winterlager zu leeren“, sagt C&A-Geschäftsführer Thomas Overhaus zufrieden. „Dicke Jacken, Schals und Handschuhe haben wir verkauft wie warme Semmeln.“
Unter den gegebenen Umständen könne man sehr zufrieden sein. „Schließlich haben wir an der Schadowstraße wegen der Baustelle eine deutlich niedrigere Kundenfrequenz als in den vergangenen Jahren“, erklärt Overhaus. „Viele Medica-Besucher hatten wohl nicht mit dem Kälteeinbruch gerechnet und deshalb bei Winterkleidung noch mal zugegriffen“, sagt Overhaus.
Frank Tüting, Sprecher des City-Rings Schadowstraße, bestätigt: „Die Textil-Ketten haben an diesem Wochenende gute Umsätze gemacht. Der Run auf die Geschenke kommt erfahrungsgemäß erst in den letzten vier Wochen.“ Axel Augustin vom Bundesverband des Deutschen Textileinzelhandels ist auch für die nächsten Wochenenden optimistisch.
Die Branche, die seit längerem Umsatzrückgänge verbuchen musste, könnte von den Folgen der Finanzkrise profitieren: „Die Kunden verzichten vielleicht auf größere Anschaffungen, wie einen Flachbildschirm-Fernseher“, so Augustin, „dafür gönnen sie sich eben etwas schönes zum Anziehen.“
Doch auch Flachbildschirme standen am Wochenende durchaus im Visier der Kundschaft. „Wir haben viele Beratungsgespräche geführt“, erzählt Dirk Henckel, Sprecher von „Saturn“ an der Königsallee und Vorsitzender des Rheinischen Einzelhandelhandels- und Dienstleistungsverbandes. Während die Kunden in den vergangenen Wochen eher die Sonderangebote gewählt hätten, seien an diesem Wochenende auch sehr hochwertige Produkte gekauft worden.
Wer gestern durch die City bummelte, musste sich über Konsum keine Gedanken machen. Am Totensonntag hatte der Weihnachtsmarkt in der Innenstadt geschlossen. „Eine Sache, die man mal überdenken sollte“, meint Sascha Hauck vom Glühwein-Stand am Schadowplatz. Die Händler, die durch die sturmbedingte Zwangspause am Freitag schon Einbußen hatten, hätten durch den Sonntag nun weitere.
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