Düsseldorfer in den USA verurteilt: Apelt entgeht der Hinrichtung
VON DIETER DORMANN - zuletzt aktualisiert: 23.05.2009 - 11:44Düsseldorf (RPO). Zu geringer IQ: In USA wegen Mordes verurteilter Düsseldorfer wird nun doch nicht hingerichtet
Beinahe 20 Jahre sitzen die Brüder Michael (46) und Rudi (49) Apelt aus Düsseldorf im Todestrakt des Staatsgefängnisses von Florence im US-Bundesstaat Arizona – wegen Mordes. Laut einem Geschworenen-Urteil haben die Düsseldorfer Ende 1988 Michael Apelts Ehefrau, Cynthia Monkman (30), durch vier Messerstiche umgebracht.
Der damals 27-Jährige Michael hatte die 30-Jährige wenige Wochen zuvor in Las Vegas geheiratet, nachdem sich das Paar erst drei Wochen kannte. Einen Tag vor der Ermordung von Cynthia waren zwei Lebensversicherungen über 700.000 Mark gültig geworden, die Michael Apelt für seine Frau zu seinen Gunsten abgeschlossen hatte.
Nun hat ein Gericht im US-Bundesstaat Arizona Rudi Apelt als "geistig zurückgeblieben" eingestuft und seine Verlegung aus dem Todestrakt angeordnet, wie die Zeitung "Arizona Republic" berichtet. Sein drei Jahre jüngerer Bruder Michael soll jedoch nach wie vor hingerichtet werden.
Todeskandidaten mit einem Intelligenzquotienten (IQ) unter 70 dürfen nach einer Entscheidung des Obersten US-Gerichtes aus dem Jahr 2002 nicht mehr hingerichtet werden. Im Prozess hatte der Geisteszustand der Angeklagten keine Rolle gespielt.
Grundlage der aktuellen Gerichtsentscheidung waren Gutachten von Professor Frank Schneider aus Aachen und Professor Helmut Kury aus Freiburg, die in den USA die inhaftierten Brüder schon vor Jahren auf ihre Intelligenz untersucht hatten. Beide Wissenschaftler kamen zu vergleichbaren Ergebnissen. "Der IQ von Rudi Apelt liegt weit unter 70, der von Michael Apelt knapp unter 70", sagt Helmut Kury.
Eine ganze Woche hatte der Freiburger Professor die Brüder im Staatsgefängnis von Florence in Arizona untersucht.
Die Zustände, unter denen die Düsseldorfer dort seit fast 20 Jahren auf ihre Hinrichtung warten, schildert er so: "Das ist Wahnsinn. Mit Haftbedingungen, wie wir sie aus Deutschland kennen, ist das nicht annähernd zu vergleichen."
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