Neue Zeitschrift der Uni Düsseldorf: "Aptum" hat Sprachkultur im Visier
zuletzt aktualisiert: 07.06.2005 - 15:56Düsseldorf (dto). „Aptum. Zeitschrift für Sprachkritik und Sprachkultur“, heißt eine neue Publikationsreihe, die von den beiden Sprachwissenschaftlern Martin Wengeler aus Düsseldorf und Jürgen Schiewe aus Greifswald herausgegeben wird. Gerade erschien das erste Heft. „Aptum“ ist ein Begriff aus der antiken Redekunst. Demnach muss sich Sprache am Kommunikationsziel orientieren.
Im ersten Heft stellt Georg Stötzel (Düsseldorf) sein schon vielfach besprochene „Projekt eines Wörterbuchs der ‚Vergangenheitsbewältigung’“ vor. Dabei wird die Geschichte des Gebrauchs und der Instrumentalisierung von Wörtern untersucht, die mit den NS-Verbrechen in Zusammenhang stehen.
Praktische Sprachkritik übt Ina Karg (Göttingen) in ihrem Aufsatz „Die Sprache, die PISA spricht.“ Sie zeigt darin an einer Reihe von Beispielen, dass die bei PISA verwendeten Texte aufgrund von mangelhaften Übersetzungen nicht selten missverständlich formuliert waren.
Die beiden Herausgeber haben bereits mit ihren Büchern „Die Macht der Sprache. Eine Geschichte der Sprachkritik von der Antike bis zur Gegenwart“ und „Kontroverse Begriffe. Geschichte des öffentlichen Sprachgebrauchs in der Bundesrepublik Deutschland“ in den letzten Jahren wichtige Beiträge zur wissenschaftlichen Diskussion um Sprachkritik und Sprachkultur vorgelegt.
Die neue Zeitschrift wendet sich an die wissenschaftliche linguistische Klientel, an die sprachinteressierte Öffentlichkeit und an Berufsgruppen wie Lehrer, Journalisten oder Lektoren. "Aptum" wird dreimal jährlich im Dr. Ute Hempen Verlag, Bremen, in einem Umfang von jeweils 96 Seiten erscheinen und im Jahres-Abo 54 Euro kosten.
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