Ausflugstipp: Aquazoo: Futtern vor Publikum
VON JENNIFER KOCH - zuletzt aktualisiert: 04.07.2008Düsseldorf (RPO). Ganz schön anstrengend: Die Tiere im Aquazoo müssen sich ihr Futter manchmal richtig hart erarbeiten. Warum die Weißbüschelaffen sonst faul werden und was Haie am liebsten essen, erfahren die Besucher bei den kommentierten Fütterungen.
Mit dem Ruf „Willkommen in Brasilien“ begrüßt Angelika Hofer Kinder und Erwachsene am Gehege der Weißbüschelaffen.
Sie vermittelt bei den kommentierten Fütterungen im Aquazoo spannende Informationen zu Haien, Muränen, Piranhas, Zwergmangusten und den brasilianischen Weißbüschelaffen. Gleichzeitig sehen Zuschauer den Tierpflegern beim Füttern zu.
Geschickte Kletterer
Mit großen Augen steht die fünfjährige Janine vor der Scheibe, als Tierpfleger-Azubi Florian rosinenbeladen in das Gehege der Weißbüschelaffen tritt. Verträumt sieht das Mädchen den Äffchen zu, obwohl bisher Hunde ihre Lieblingstiere waren: „Die haben so ein kuscheliges Fell“, sagte sie. Die Äffchen aus Brasilien findet sie aber auch niedlich. Einen dichten Haarbüschel links und rechts an den Ohren haben sie immerhin auch.
Und sie sind viel geschicktere Kletterer als Hunde. Das müssen sie auch sein, um an ihr Mittagessen zu kommen: die Rosinen. Die Tiere, die im Familienverband mit Vater, Mutter und vielen Kindern leben, lieben getrocknetes Obst. Ihre Hauptmahlzeit besteht aber meist aus Insekten und Gemüse, denn zu viel Zucker ist auch für sie ungesund.
Den besonderen Leckerbissen hat Angelika Hofer extra tief in die Löcher des Holzklotzes gesteckt, der weit unter einem Ast hängt. Nicht umsonst gehören die grau-weißen Tiere zu den Krallenaffen: Mit ihren langen Krallen klettern sie nicht nur in Windeseile einen Baum herauf, sondern hängen sich auch kopfüber an Äste und holen, wenn es sein muss, süße Rosinen aus tiefen Löchern heraus.
Bewegung ist wichtig
Beschäftigungsfütterung nennt Hofer diese Art der Nahrungsaufnahme. „Würde das Essen einfach so in einer Schale liegen, wäre es in zwei Minuten weg“, erklärt sie. Außerdem sei Bewegung für die Äffchen wichtig. „Normalerweise leben die auf fünf Hektar Dschungel und klettern den ganzen Tag.“ Im Zoo haben sie nur wenig Anlass zum Klettern und Rennen: Keine Raubtiere im Gehege, und Weibchen sind auch genug da. „Da sollen sie sich wenigstens für das Essen anstrengen“, findet Hofer.
Viel Arbeit mit ihrem Essen haben auch die Zwergmangusten, die sich bei einer kommentierten Fütterung ihr Essen erarbeiten müssen. Die kleinen Raubtiere müssen durch einen großen, mit Stroh gefüllten Sack kriechen, um die Grillen und Heimchen zu finden, die ihnen so gut schmecken.
Auch bei Haien, Muränen und Piranhas ist einiges los: Die Muränen rangeln mit Haien um ihren Anteil an den Kalamaren, die Piranhas ruckeln und reißen gemeinsam an einer Forelle, bis der ganze Fisch verspeist ist. Angelika Hofer stellt jede der vier Tierarten an einem anderen Wochentag vor. Für Besucher des Aquazoo sind die kommentierten Fütterung frei.
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