Familienvater schrammt knapp an Gefängnisstrafe vorbei: Arbeitgeber um drei Millionen Euro erpresst
zuletzt aktualisiert: 17.02.2005 - 17:34Düsseldorf (dto). Um drei Millionen Euro wollte ein vierfacher Familienvater aus Berlin seinen Arbeitgeber erpressen. Den Autozulieferer in Neuss versuchte er, mit angeblichen Produktionsmängeln unter Druck zu setzen. Jetzt ist er nur knapp einer Gefängnisstrafe entgangen. Das Düsseldorfer Landgericht verurteilte den 38-Jährigen am Donnerstag zu zwei Jahren Haft auf Bewährung.
Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hatte den Mann wegen versuchter Erpressung angeklagt. Konkret hatte er in mehreren E-Mails seinem Arbeitgeber, einem Autozulieferer in Neuss, damit gedroht, angebliche Produktionsmängel öffentlich bekannt zu machen. Für sein Schweigen sollte der Konzern in vier Raten jeweils 750.000 Euro zahlen. Die Firma wandte sich jedoch an die Polizei, die observierte daraufhin Berliner Internetcafés und wurde fündig.
Vor Gericht erklärte der Familienvater, er habe nur mit dem Vorstand des Neusser Unternehmens "ins Gespräch" kommen wollen. Er habe sich wegen tatsächlicher Produktionsmängel Sorgen gemacht. Abnehmer wie Volvo oder Daimler-Chrysler hätten möglicherweise ihre Aufträge stornieren können. Ein Firmensprecher erklärte jedoch, es hätte zu keinem Zeitpunkt Produktionsmängel gegeben, der Vorarbeiter aus der Unternehmens-Niederlassung in Berlin hätte es wohl nur auf das Geld abgesehen.
Das Gericht beließ es dennoch bei einer milden Strafe und änderte das Urteil aus erster Instanz. Hier hatte das Amtsgericht Neuss noch zweieinhalb Jahre Haft ohne Bewährung verhängt.
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