Großes Interesse an Entwüfen zum Kö-Bogen: Architektur studieren
VON MICHAEL BROCKERHOFF - zuletzt aktualisiert: 18.06.2007 - 08:26Düsseldorf (RPO). Das Interesse an den Entwürfen für die beiden Bauten des Kö-Bogens war groß, mehr als 5500 Besucher kamen ins Informationszelt. Meinungsumfrage soll Votum der Bürger ermitteln.
Die Architekten lechzen nach ein paar erfrischenden Schlucken Wasser. Denn sie reden sich die Kehle trocken, weil die Kette der wissensdurstigen Besucher im Informationszelt zu den Bauten am Kö-Bogen nicht abreißt. Vier Stunden nach Öffnung des Zeltes am Samstag sind bereits mehr als 1200 Besucher gezählt, gestern abend stellt man fest, dass es mehr als 5500 waren. „Jetzt kann ich es mir viel besser vorstellen, wie der Kö-Bogen einmal aussehen könnte. Solch umfassende Informationen sind hilfreich“, meint eine Düsseldorferin und bringt damit die Einschätzung der meisten zum Ausdruck.
Unterschiede der Entwürfe Verblüffend ist für viele, dass Gebäude sehr unterschiedlich aussehen können, obwohl Höhe und Ausdehnung in etwa gleich sind. Keiner der vier Konzeptionen gleicht der anderen. Unterschiedliche Fassaden - zum Hofgarten hin aus Glas, zur Kö und zum Jan-Wellem-Platz hin klassisch mit Fenstern und Wand (Büro JSK) stehen neben langen, filigran durch Steinelemente gegliederten Flächen (Büro HPP). Das Büro BRT lässt durch schräg angeordnete Lisenen (schmale Mauervorsprünge) die Fassade je nach Blickwinkel unterschiedlich aussehen. Die Struktur der Häuser an Kö und Jan-Wellem-Platz nimmt das Büro RKW durch leichtes Vor- und Zurückspringen der Fassade („Faltung“) auf.
Auswahl Die Qual der Wahl ist groß. Eine eindeutige Entscheidung für einen Favoriten fiel vielen schwer. Die Vorstandsspitze des Bankhauses Trinkhaus, das dort investieren will, informiert sich eingehend. „Für meinen Teil kann ich sagen, dass wir mit allen Vorschlägen leben können“, sagt Vorstandsmitglied Paul Hagen unserer Zeitung. Die Ratspolitiker der Fraktionen halten sich meist bewusst zurück, weil sie das Votum der Bürger nicht beeinflussen wollen, das per Meinungsfrage ermittelt werden soll. „Aber wir sind erfreut, dass sich so viele Düsseldorfer für die Gestaltung der Stadt interessieren“, sagt Bürgermeister Dirk Elbers (CDU). Die Mehrheitsfraktionen im Rathaus wollen möglichst noch im August über das Aussehen der Bauten entscheiden. Das Verkehrskonzept mit der Länge der Tunnel wird unabhängig davon diskutiert.
Prinzipielle Skepsis „Wir halten es für schlecht, dass Düsseldorf an dieser Stelle so zugebaut wird“, sagt ein alt eingesessenes Paar. Es steht mit seiner Meinung nicht allein. Die SPD überreicht 1200 Unterschriften von Bürgern, die gegen das Projekt sind. Auch Gerhard Curdes, Sprecher des Bürgerforums gegen den Kö-Bogen, kritisiert im Namen der Architektenverbände sowie von SPD und Grüne, dass ein Gesamtkonzept für Verkehr, für die Autotunnel und den Kernbereich der Stadt fehlt. Ein Rahmenplan sei nötig. Für diese Forderung will man möglichst viele Bürger mobilisieren.
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