Fan-Initiativen haben gesiegt: Arena: 2,5 Millionen für Stehplätze
VON CHRISTIAN HERRENDORF UND HANS ONKELBACH - zuletzt aktualisiert: 09.12.2009 - 07:13Düsseldorf (RPO). Am Dienstag hat der Aufsichtsrat einstimmig beschlossen, dem Wunsch vieler Fans nachzugeben. Ab der Saison 2010/2011 gibt es die beliebte Alternative zu den Sitzplätzen. Der Umbau soll nicht mehr als 2,5 Millionen Euro kosten. Danach fasst das Stadion 4000 Menschen mehr als heute.
Die Arena bekommt demnächst die von den Fans sehnlichst herbeigewünschten Stehplätze, zur Bundesliga-Saison 2010/2011 soll der notwendige Umbau fertig sein. Das hat der Aufsichtsrat der Arena in seiner gestrigen Sitzung beschlossen.
Wann werden die Arbeiten beginnen?
Da im kommenden Jahr die Sommerpause des Fußballs wegen der Weltmeisterschaft in Südafrika zweieinhalb Monate dauert, will man diese Zeit für den Umbau nutzen. Die Pause dauert von Ende Mai bis Mitte August.
Reichen 2,5 Millionen Euro für den Umbau aus?
Ja. Die Summe ist bereits in einem Gutachten kalkuliert worden, das vor einigen Wochen den Entscheidungsträgern im Aufsichtsrat und im Rathaus vorgelegt worden ist. Außerdem hat man sich in dem Beschluss eindeutig darauf festgelegt, die Summe nicht zu überschreiten.
Wie aufwändig wird der Umbau?
Weniger aufwändig als ursprünglich gedacht. So wird man wohl nicht neue und größere Fluchtwege bauen müssen, sagte gestern Arena-Sprecher Rainer Schüler. Denn man werde die Kapazität der so genannten Innenraum-Entfluchtung ausbauen. Das bedeutet: Für den Notfall wird man dafür sorgen, dass auch eine größere Zahl von Zuschauern auf den Rasen des Stadions flüchten kann. Eine ganze Reihe von Einzelheiten ist aber noch nicht geklärt, sagte Schüler gestern.
Wie viele zusätzliche Plätze wird es denn nun geben?
Auch diese Zahl ist noch nicht abschließend festgelegt. Schüler erklärte aber, die Zahl der Zuschauerplätze in der Arena werde auf jeden Fall von derzeit 51 300 auf auf 54 000 ansteigen. Möglicherweise werden es auch noch mehr.
Wo werden die Stehplätze eingerichtet?
Der Unterrang der Süd-Tribüne wird komplett mit Stehplätzen für die Heim-Fans ausgestattet, auf der Tribüne gegenüber wird es in den Blöcken 16 bis 19 im Unterrang Stehplätze für die Gästefans geben.
Wie wird umgerüstet und wie oft?
Man rechnet mit drei oder vier Umrüstungen pro Jahr. Das würde vermutlich insgesamt rund 200 000 Euro kosten, würde aber durch zusätzliche Einnahmen abgedeckt.
Wie geht es weiter?
In Kürze wird ein Arbeitskreis zusammenkommen, der die möglichen Varianten des Umbaus bespricht und die für alle Betroffenen (Arena, Fortuna, Fans) beste Möglichkeit auslotet. Im Januar wird der Arena-Aufsichtsrat die detaillierte Umbau-Planung beschließen.
Was sagen die Fans?
"Uns fällt ein riesiger Stein vom herzen. Endlich ist es soweit", sagte Karem Chelagou von der Düsseldorfer Fan-Initiative "Stonn op!". Er und seine Mitstreiter haben damit ein Novum in Fußball-Deutschland geschafft. Die Argumente, die die Fortuna-Anhänger für den Umbau gesammelt hatten (unter anderem Sicherheitsprobleme bei einem möglichen Aufstieg in die Bundesliga sowie finanzielle Einbußen in Millionenhöhe ohne Umbau), waren sehr wichtig auf dem Weg zum gestrigen Beschluss.
Wie geht es mit der Fan-Initiative weiter?
Zwei Vertreter von "Stonn op!" (Frank Fischer und Karem Chelagou) werden in der Kommission sitzen, die die Details des Umbaus festlegt. "Wir wollen auch weiterhin die Interessen der Zuschauer und Fans vertreten", sagte Chelagou.
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