Nicht zum Nulltarif: Auch Vollservice für blaue Tonne
VON MICHAEL BROCKERHOFF - zuletzt aktualisiert: 08.05.2008 - 08:44Düsseldorf (RPO). Das Sammeln von Altpapier in der blauen Tonne direkt am Haus mag einfach und bequem sein, aber was tun, wenn in Mehrfamilienhäusern kein Platz für einen zusätzlichen Behälter ist oder wenn das Herausstellen der schweren Tonne für die Bewohner zu mühsam ist?
„Diese Detailfragen müssen möglichst schnell geklärt und in ein Gesamtkonzept eingearbeitet werden“, sagte CDU-Ratsherr Rüdiger Gutt, Vorsitzender des federführenden Ratsausschusses für Öffentliche Einrichtungen. Seine Fraktion hat jetzt Vorschläge verabschiedet, die die Stadtverwaltung zusammen mit dem Abfallwirtschaftsbetrieb Awista verhandeln soll. „Es ist sinnvoll, dass Awista für das Leeren der Papiertonne auch einen Vollservice anbietet, dass also Müllwerker die Tonnen aus dem Haus holen“, sagte Gutt. Bisher ist nur ein Teilservice vorgesehen - die Hausbewohner müssen die blaue Tonne selbst an die Straßestellen.
Der Vollservice sei aber wahrscheinlich nicht zum Nulltarif zu haben, sagte Gutt. Er rechnet mit einer Gebühr für den Transportweg ähnlich wie bei der grauen Restmülltonne, nicht höher als 50 Euro pro Jahr.
Wenn der Platz für eine Tonne im Keller fehle oder wenn es keinen Aufzug für die Tonne gebe und kein Ausweichplatz gefunden werde, müsse überlegt werden, ob in Ausnahmefällen Papiersäcke statt der Tonne ausgegeben werden, so Gutt.
Die SPD sieht ähnliche Probleme, kritisiert aber vor allem die Absicht von OB Joachim Erwin, bereits mit Einführung der blauen Tonne ab Juni alle Papier-Container in der Stadt abzubauen. Das sei voreilig, weil alle diejenigen, die keine Papiertonne bestellen könnten, trotzdem ihr Altpapier entsorgen müssten. Das Einführen der blauen Tonne gelte als Modellversuch. „Wir müssen erst einmal abwarten, wie erfolgreich er ist“, sagte SPD-Ratsherr Peter Hansen.
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