Hunde-Olympiade: Auf die Plätze, fertig – wau
VON STEFANI GEILHAUSEN - zuletzt aktualisiert: 21.09.2009 - 08:22Düsseldorf (RPO). Im Strandbad Lörick ging gestern die erste Wasser-0lympiade für Hunde durch die Becken. 260 Tiere machten mit, vor allem schwimmbegeisterte Rassen wie Labrador und Retriever tobten sich bei Wettschwimmen, Weitsprung und außer Konkurrenz auf dem Rutschturm im Planschbecken aus.
Drei Tage nach Ende der Badesaison roch es im Strandbad Lörick gestern so gar nicht mehr nach Sonnenmilch: Nasses Fell heißt der strenge Duft, den die 260 Teilnehmer der ersten Wasserolympiade für Hunde, eines ganz neuen Sportwettkampfs, verströmten – was übrigens weder die vierbeinigen Sportler noch die mehr als 1000 zweibeinigen Besucher störte.
Wo sonst ein "Wir müssen leider draußen bleiben"-Schild Hund und Mensch voneinander trennt, war gestern Teamwork gefragt, und zwar nicht nur beim Wettlauf an der Leine durchs Planschbecken und einmal um den Kletterturm. Auch beim 50-Meter-Schwimmen mussten die Menschen mit ins Wasser, um ihre Tiere in der Bahn zu halten.
Leonberger Asterix etwa schwimmt gern und schnell dem Spielzeug hinterher – bloß wenn er's hat, will der sanfte Riese am liebsten gleich zum nächsten Beckenrand und keineswegs nach vorn ins Ziel. Auch Kimba, eine Labradorhündin, die pfeilschnell durchs Becken pflügt, ist eher am Beutel mit der Belohnung interessiert als am Zeitnehmer auf der anderen Seite.
80 Helfer mit am Start
180 Hunde starteten beim Wettschwimmen, "für mehr war leider keine Zeit, obwohl das Interesse riesengroß war", sagte am Nachmittag Mit-Organisatorin Susanne Siebertz. Vor allem Retriever hatten ihren Spaß im Wasser, aber auch Rassen, denen das Schwimmen nicht unbedingt in den Genen liegt, genossen das ungewohnte Bad mit ihresgleichen.
Auch beim Weitsprung mussten die menschlichen Trainer ihren Hunden Hilfestellung geben: Manche lockten aus der Beckenmitte, manche schubsten – und einige sprangen ihren Tieren sogar voraus ins kalte Wasser. Das war übrigens wirklich kalt – seit am Dienstag die Badesaison endete, sind die Löricker Becken nicht mehr beheizt. Bloß die Filteranlage hatte die städtische Bädergesellschaft weiterlaufen lassen. "Die haben uns ganz toll bei dem Projekt unterstützt", sagte Siebertz, die 80 freiwillige Helfer aus Familie und Freundeskreis für die Organisation und fürs Saubermachen hinterher mit nach Lörick gebracht hatte.
In der heißen Vorbereitungsphase war die Hundephysiotherapeutin ganz froh, den Wasserwettbewerb als Olympiade aufgezogen zu haben. "Die ist ja bloß alle vier Jahre." Überwältigt vom Erfolg der Veranstaltung und von der Begeisterung der Besucher (vier- und zweibeinig) versprach sie aber gestern: "Nächstes Jahr machen wir das ganz bestimmt wieder."
Dann wird sicher auch Summer wieder da sein, das Retriever-Baby, das gestern noch mit großer Vorsicht die Welpen-Pfote ins Wasser streckte – und nach zehn Minuten entdeckte, dass Schwimmen eine tolle Sache ist. Oder Labrador Elmo, der mittags nicht mehr von der Röhrenrutsche im Kinderbecken wegzukriegen war. Und wer weiß? Vielleicht haben bis dahin ja auch die beiden Windhunde, die ausgesprochen verständnislos ihre Mithunde im Wasser betrachteten, das Schwimmen für sich entdeckt.
Martin Rütter, Hundeprofi aus der Vox-Doku hundkatzemaus, überreichte zum Schluss 25 kleine goldene Hunde als Pokale für die besten, schnellsten, weitesten und für das schönste Mensch-und-Hund-Paar. Einen Ehrenpokal gab's für Astor, den Foxterrier. Der ist im stattlichen Alter von 17 Jahren gestern die 50 Meter geschwommen. Schnell war er nicht. Aber ganz olympisch dabei .
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