Architektur-Wettbewerb: Aufstieg zum ausgezeichneten Bauen
VON MICHAEL BROCKERHOFF - zuletzt aktualisiert: 05.10.2006 - 19:04Düsseldorf (dto). „Es hängt auch von Gebäuden ab, ob wir uns in einer Straße, einem Viertel oder einer Stadt wohlfühlen, gerne irgendwo hinkommen oder uns abgestoßen fühlen”, meint Architekt Bruno Braun, Vorsitzender des Düsseldorfer Bezirks des Bundes Deutscher Architekten (BDA). Allerdings sind Häuser mit einer guten Architektur nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen, „weil sie sich nicht unbedingt in den Vordergrund schieben, sie können daher leicht übersehen werden”, weiß Braun aus Erfahrung. Das ist einer der Gründe für das Ausloben eines Architekturpreises.
„Wir wollen den Blick für die Baukultur in der Stadt schärfen und eine öffentliche Diskussion über Architektur in Gang bringen”, so Braun. Und die sei nicht nur Sache von Fachleuten, sondern jeder Bürger sollte sich beteiligen. Deshalb organisiert der BDA Düsseldorf zum ersten Mal auch einen Publikumspreis, der zusätzlich zur Auszeichnung der Jury vergeben wird. Und ein Wettbewerb mit Auszeichnungen kann „auch ein Ansporn sein, gute Architektur zu schaffen”, ist Harald Wennemar vom BDA-Vorstand überzeugt.
Wobei der Architekt allerdings kein Einzelkämpfer ist. „Nur zusammen mit einem Bauherren, der engagiert ist und der Stadt etwas Gutes tun will, können gute Gebäude geschaffen werden”, sagt Elmar Joeressen, ebenfalls im BDA-Vorstand. Doch solche Bauherren gebe es immer weniger. Meist investierten keine Privatleute, sondern gesellschaften oder institutionelle Anleger, „die Bauen nicht als Kultur begriffen, sondern nur noch als Herstellen eines Produktes, das Gewinn abwerfen muss”, so Joeressen. Mit dem Ausloben eines Preises will der BDA gegen diese Entwicklung angehen.
„Wir wollen Beispiele zeigen, die beweisen, dass funktional und gut gebaut werden kann”, erklärt Braun. Von guter Architektur würde letztlich jeder profitieren: der Bauherr, weil er „eine gute Adresse” hat, Mitarbeiter in Bürohäusern, weil sie sich wohlfühlen, und die Stadt, weil sie eine gute Atmosphäre ausstrahlt. Wettbewerb müsse gerade in der Architektur herrschen, weil nur aus einer Vielfalt von Ideen gute Vorschläge herausgefiltert werden können. Um sie richtig bewerten zu können, ist so Braun eine Meinungsbildung über Architektur nötig. Diskussionen bei Wettbewerben seien ein erster Schritt.
DIE ABSTIMMUNG
Die Teilnahme an der Abstimmung ist einfach: Vom 13. Oktober an sind alle Arbeiten im Stadtmuseum Düsseldorf, Berger Allee, ausgestellt. Bis zum 19. Oktober können Bürger auf ausgelegten Karten ihren Favoriten auswählen. Das Gebäude mit den meisten Stimmen bekommt den Publikumspreis.
DER WETTBEWERB
Das Motto des BDA-Wettbewerbs lautet "Auszeichnung guter Bauten". Alle drei Jahre wird der Preis ausgelobt. Die Gewinner nehmen an einem Landeswettbewerb teil, dessen Gewinner an einem Bundeswettbewerb. Der Publikumpreis findet zum ersten Mal statt.
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