Architektur-Wettbewerb: Ausgezeichnet gebaut
VON MICHAEL BROCKERHOFF - zuletzt aktualisiert: 21.10.2006 - 13:35Der Bund Deutscher Architekten Düsseldorf hat am Freitagabend vorbildliche Gebäude in der Region Düsseldorf prämiert. Neben der Jury durfte zum ersten Mal auch das Publikum entscheiden, so wollen die Fachleute den Blick für Architektur in der Stadt schärfen.
"Die Einschätzung der Jury und die des Publikums, ob Bauten gut sind, klaffen nicht weit auseinander." Die Erleichterung über dieses Ergebnis war Bruno Braun, Vorsitzender des Bundes Deutscher Architekten (BDA) Düsseldorf, anzumerken. Denn beim Ausloben eines Publikumspreises innerhalb des BDA-Wettbewerbs "Auszeichnung guter Bauten" hatten Architekten befürchtet, dass die Fachleute der Jury und die Bürger zu völlig anderen Einschätzungen der 34 eingereichten Projekte kommen könnten.
Dass dies nicht so ist, "zeigt, dass Qualität von Architektur auch ohne große Vorbildung erfasst werden kann", meinte Braun Trotzdem seien unterschiedliche Vorlieben zu erkennen. "Das Publikum bevorzugte eine farblich kräfige Gestaltung, während die Jury Zurückhaltung und Einfachheit der Bauten höher bewertete", meinte Braun. So war die Erweiterung der Urdenbacher Schule mit ihren warmen Rottönen mit Abstand Publikumsrenner (die Jury hatte eine Anerkennung ausgesprochen). Auch der Betriebskindergarten der Metro (Marc Eller Architekten) mit seinen Ockertönen stand hoch in der Gunst des Publikums.
Die Jury hatte dagegen eher minimalistische Bauten mit regelmäßig, großzügig gegliederten weißen oder schwarzen Fassaden an die Spitze gesetzt. "Der Trend seit dem vorangegangenen Wettbewerb vor drei Jahren geht offensichtlich in diese Richtung", meinte Braun. Dieser Trend habe vor allem Wohnhäuser erfasst, denn die seien, anders als vor drei Jahren, offensichtlich qualitätvoller gestaltet als die vorgeschlagenen Bürohäuser. Und die Gestaltung des Stadtraums sei ein wichtiger Aspekt geworden, die Auszeichnung der Brücke im Medienhafen sei ein Anzeichen dafür.
Den Blick für die Architektur im Stadtbild will der BDA schärfen helfen. Nicht nur mit dem Wettbewerb, sondern auch mit Aktionen in Schulen oder mit einem Architekturführer im Internet, der Spaziergänge vorschlägt. Denn nur mit einer guten Architektur sei eine Stadt lebenswert. Das betonte auch Planungsdezernent Gregor Bonin am Freitagabend beim Verleihen der Auszeichnungen im Stadtmuseum. Die Gebäude sind bis zum 3. November im Stadtmuseum, Berger Allee 2, zu sehen.
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