Tag der Architektur: Außergewöhnliche Architektur
VON ANNA HARTNACK - zuletzt aktualisiert: 29.06.2009 - 12:10Düsseldorf (RPO). Am Tag der Architektur veranstaltet der Bund Deutscher Architekten jedes Jahr eine Tour, bei der Düsseldorfer Bauten besichtigt werden. Fünf Gebäude standen auf dem Programm. Modern sind sie alle, mal steht die Architektur, mal die Lebensqualität der Bewohner im Vordergrund.
Alle drei Jahre schreibt der BDA einen Wettbewerb aus, der herausragende baukünstlerische Leistungen in Architektur und Städtebau auszeichnet. Die nächsten "Auszeichnungen guter Bauten" werden 2010/11 vergeben.
Infos unter www.bda-duesseldorf.de und beim BDA Landesverband NRW, Marktplatz 10. Telefon: 328849
Düsseldorfs. Reichtum an guter Architektur zeigt der Bund Deutscher Architekten (BDA) jedes Jahr bei der "Architour" – eine Stadttour für Architekten, die dabei die Arbeit ihrer Kollegen kennen lernen. "Jedes Jahr hat die Tour ein bestimmtes Thema, wie etwa die 50er Jahre", sagt Bruno Braun, Vorsitzender des BDA Düsseldorf. 2009 stand die Tour unter dem Thema "Besondere Architektur" und konzentrierte sich vornehmlich auf Wohnhäuser.
Aus der Reihe der Wohnhäuser fiel das neue Gemeindezentrum und die Kita der evangelischen Ostergemeinde in Mörsenbroich. Architekt Jochen Schuster hat ein hochwertiges Haus entworfen, das das nicht mehr zeitgemäße Gemeindezentrum ersetzte. Das vor vier Monaten fertiggestellte, zweigeschossige Gebäude beherbergt Gemeindezentrum und Kita und ist mit der Kirche durch einen verglasten Vorraum verbunden, der den Haupteingang zu beiden Gebäuden bildet. "Die Fassade soll die Lebendigkeit und Fröhlichkeit einer Kita und der einer Gemeinde widerspiegeln", sagt Jochen Schuster.
Der Baukörper ist umschlossen von einer Lärchenholz-Fassade. Horizontale Holzlatten betonen die Stabilität des Gebäudes. Die Rahmen der unregelmäßig angebrachten Fenster werden so verdeckt, dass das Gebäude nur aus Holz und Glas zu bestehen scheint. "Das Gebäude muss auf die Bedürfnisse der Kinder abgestimmt sein", sagt der 50-jährige Architekt. So sind aus Sicherheitsgründen die Heizkörper etwa an der Decke angebracht.
Auf der Architour besichtigten die Architekten auch die "Wilde 13", eine Wohnbebauung im alten Straßenbahndepot in Oberbilk. Das Architekturbüro BM+P Beucker Hesse Haselhoff musste sich an strenge Denkmalschutzvorgaben halten – und hat 79 Wohnungen im alten Depot untergebracht sowie 22 Einfamilienhäuser südlich davon und dadurch die alten, 27 Meter weit gespannten Stahlträger erhalten.
Das Besondere am Entwurf des Architekten Michael Dahmen, der ein Fachwerkhaus aus dem Jahr 1912 an der Angermunder Straße kernsaniert hat, ist die Verbindung von Architektur des vorigen Jahrhunderts mit dem Design von heute. Dahmen entwarf einen Kubus, der mit dem Altbau verbunden ist und sich zum Garten hin öffnet. Fachwerk und Holz sind die grundsätzlichen Elemente des Altbaus, Beton und Glas der Schwerpunkt des Kubus.
Aus der ArchiFactory in Gelsenkirchen stammt das wohl ungewöhnlichste Wohnhaus in Himmelgeist: Es ist von oben bis unten schwarz. Die Front zur Straße besteht ausschließlich aus Glas, die Garage ist versteckt hinter einer Matte aus Kunstrasen. Aufs Wesentliche hat sich Architekt Alexander Pier reduziert – das Apartmenthaus an der Faunastraße 41 wurde kernsaniert, energetisch auf den neuesten Stand gebracht, die Einheiten wurden zu größeren Wohnungen zusammengefasst.
Auch wenn "besonders" stets anders interpretiert werden kann, ist den fünf Gebäuden offenbar auf ihre Art Geradlinigkeit, Originalität und hochwertige Schlichtheit gemeinsam.
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