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Teure Navis gestohlen: Autoaufbrecher aus Litauen gefasst

VON STEFANI GEILHAUSEN - zuletzt aktualisiert: 30.07.2010 - 08:10

Düsseldorf (RPO). Offensichtlich im Auftrag unbekannter Hintermänner haben die vier Verdächtigen, die von der Düsseldorfer Polizei vier Wochen lang beschattet wurden, teure Navigationssysteme aus Luxuslimousinen im Stadtnorden und im Linksrheinischen gestohlen. Alle verweigern die Aussage.

Klicken Sie zum Vergrößern auf die  Foto: KLXM.de
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Jede Nacht zogen sie los und bauten sachkundig und blitzschnell teure Navigationsgeräte aus Düsseldorfer Luxuswagen aus, machten in einer Nacht Beute im Wert von fast 17 000 Euro. Sie vergruben die Geräte im Wald und dann kroch die Diebesbande aus Litauen in ihren vermüllten Unterschlupf in einem Essener Abrisshaus und wartete, bis es wieder dunkel wurde.

Vier Mitglieder dieser Bande hat die Ermittlungskommission EK KfZ der Düsseldorfer Polizei jetzt festgenommen und ist sicher: Da sind noch einige Täter mehr unterwegs. Und auch die 15 so genannten Commandsysteme, die im Essener Versteck sichergestellt wurden, dürften bloß ein Bruchteil der Beute sein. "Wir vermuten noch mehrere Erdlager in den Wäldern um Essen", sagte gestern Kommissariatsleiter Jürgen Franke, der den Fahndungserfolg mit gemischen Gefühlen sieht: Einerseits hofft er, der zuletzt dramatischen Häufung von Autoaufbrüchen im Norden und im Linksrheinischen ein vorläufiges Ende gesetzt zu haben. Doch weder über die Absatzmärkte noch über die Auftraggeber und die Struktur der Bande haben die Ermittler neue Erkenntnisse.

Die festgenommenen Täter, 19 bis 25 Jahre alt, stammen alle aus derselben litauischen Provinz Panevezys. Die steht auch bei vielen anderen Verdächtigen, gegen die in NRW wegen Autoaufbrüchen und Diebstahl ermittelt wird, als Geburtort im Pass. Möglich, dass dort die Hintermänner zu suchen sind, die ihre Handlanger regelrecht schulen. "Die können perfekt im Stockdunklen ein kompliziertes Commandsystem ausbauen – aber sonst nichts", bringt es Franke auf den Punkt. Doch das stimmt nicht ganz.

Vier Wochen lang haben 15 erfahrende Kripobeamte die Bande Tag und Nacht observiert. Trotzdem ist es den Dieben immer wieder gelungen, ihre Beschatter abzuschütteln. "Die sind mit uns im Kreis gelaufen, bis uns schwindlig wurde", beschreibt Franke den vergangenen Monat. "Es war frustrierend, wenn wir anhand der Anzeigen dann erkennen mussten, dass unsere Täter erneut zugeschlagen hatten."

Am 29. Juni hatte ein Bürger in Lichtenbroich die aufwändige Ermittlung ausgelöst, als er einen Autoaufbruch meldete, der von Männern begangen worden sei, die mit Mountainbikes unterwegs waren. Drei der Verdächtigen entkamen, einen vierten konnte die Polizei festnehmen. Doch der junge Litauer schwieg beharrlich. Einen Haftbefehl mochte der Ermittlungsrichter angesichts der dünnen Beweislage nicht ausstellen. Aber er genehmigte die Observierung des Heranwachsenden, der nach stundenlangen Umwegen im öffentlichen Nahverkehr in dem Abrisshaus im Essener Stadtteil Katernberg verschwand.

Gemeinsam mit der Essener Polizei beobachteten die Kfz-Fahnder das Haus, werteten auch aus, was "technische Observierungseinrichtungen aus dem Haus übermittelten", so Franke. Als am 28. Juli der Lebensrhythmus der Hausbewohner plötzlich von hektischer Betriebsamkeit ersetzt wurde, griffen die Beamten zu. "Da wurden plötzlich Trolleys und Rucksäcke angeschleppt und es war klar, dass hier offenbar eines der Erdlager geräumt und die Beute weggebracht werden sollte," so Franke.

Die 15 sichergestellten Geräte konnten über die Herstellernummer ihren rechtmäßigen Besitzern zugeordnet werden. Alle waren sorgfältig verpackt, um im Erdlager keinen Schaden zu nehmen. Auf die Plastikfolie hatten die Diebe ihre Namenskürzel geschrieben – womöglich, weil sie pro Stück und erst dann bezahlt werden, wenn die Geräte beim Auftraggeber angekommen sind.

Im Unterschlupf stellten die Fahnder Stadtpläne mehrere Großstädte sicher. Darin sind vielversprechende Straßen mit Filzstift markiert. Franke geht davon aus, dass die Karten ebenso wie Fahrscheine für den ÖPNV zur Ausstattung gehören, mit denen die Banden nach Deutschland geschickt werden.

Quelle: RP

 
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