Mitarbeiter bangen um ihre Jobs: Awista verliert Millionenauftrag
zuletzt aktualisiert: 31.08.2004 - 10:59Düsseldorf (dto). Schwere Schlappe für die Awista: Das Düsseldorfer Stadtreinigungsunternehmen hat im Rahmen einer Ausschreibung den Auftrag um Sammlung, Transport und Verwertung von Leichtverpackungen mit dem Grünen Punkt an die Konkurrenz verloren. Damit werden die Gelben Tonnen und Gelben Säcke ab 2005 nicht mehr durch die Awista entsorgt. Der Verlust des Auftrags bedeutet einschneidende Verluste für das Düsseldorfer Unternehmen. 35 Mitarbeiter, die bisher mit dem Sammeln und Sortieren des Mülls beschäftigt sind, bangen um ihre Jobs.
Hatten bisher Awista und ATG&Rosendahl Leichtverpackungen gesammelt und sortiert, machen dies ab Januar 2005 die privaten Unternehmen Rethmann und Cleanaway. Die Firma Rhenus sammelt zukünftig Glas ein. “Bis zu 10 Prozent Umsatzverlust können durch den Auftragsverlust auf die Awista zukommen“, so ein Sprecher der Awista. Der verlorene Auftrag bedeutet aber nicht nur einen Umsatzverlust, sondern auch die Gefährdung von zahlreichen Arbeitsplätzen.
„Die Aufrechterhaltung sozialer und umwelttechnischer Standards, gepaart mit kommunalen Tariflöhnen, führt in der Konsequenz dazu, dass die Kommunalunternehmen in diesem Fall nicht mehr konkurrenzfähig sind“, sagt Awista-Chef Henning Friege. Etwa 35 Mitarbeiter, die sich bisher um das Sammeln und Sortieren von Müll gekümmert haben, zittern nun um ihre Jobs. Aus Sicht der Geschäftsführung soll nun die Sicherung von Arbeitsplätzen und die Auslastung der Entsorgersanlagen oberste Priorität sein. Geschäftsführung und Betriebsrat wollen sich intensiv um eine einvernehmliche Lösung bemühen.
Seit 1991 ist die Awista mit der Sortierung und Verwertung von Plastik- und Leichtverpackungsmüll zuständig. Damals waren die Aufträge automatisch an kommunale Unternehmen gegeben worden, die bereits für die Stadtreinigung zuständig waren. Anfang des Jahres hatte die EU-Kommission und das Bundeskartellamt eine Ausschreibung gefordert. „Die Vergabe des Auftrags hat sich ausschließlich an wirtschaftlichen Aspekten orientiert“, so Achim Struchholz, Sprecher vom Dualen System. Das günstigste Angebot kam offenbar von der Konkurrenz.
„Für die Bürger wird sich nichts ändern“, so Struchholz. „Die gleiche Leistung wird ab kommenden Jahr von anderen Unternehmen verrichtet, außer das jetzt andere Wagen den Müll abholen.“
Von BIRGIT KRANZUSCH
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