Für zwei Wochen Chef: Azubis leiten Aldi-Filiale
VON ANNA HARTNACK - zuletzt aktualisiert: 13.03.2009 - 08:50Düsseldorf (RPO). Wenn der Chef von Jennifer Herzog und Albert Wasinger Stunden lang sein Büro nicht verlässt, wissen sie jetzt, warum. Denn die beiden Azubis bei Aldi-Süd stecken für zwei Wochen selbst in den Schuhen ihres Chefs. So lange leiten sie gemeinsam mit neun anderen Azubis die Aldi-Filiale an der Harffstraße komplett selbstständig und übernehmen abwechselnd die Aufgaben eines Filialleiters.
Ein tolles Gefühl
Wenn der also zwei Stunden im Büro sitzt, wissen sie jetzt, schreibt er Dienstpläne, bestellt Waren oder beschäftigt sich mit dem Belegwesen. "Das habe ich mir nicht so stressig vorgestellt", sagt Albert Wasinger, 22-jähriger Azubi im dritten Lehrjahr. "Wir tragen zum ersten Mal alleine die Verantwortung. Das ist ein tolles Gefühl."
Für das Unternehmen ist das Einsetzen von Azubis aus unterschiedlichen Gründen wichtig. Einerseits lernen sie die Arbeit mit dem Kunden. Andererseits, sagt Bereichsleiter Roland Kretschmann, erkennt man sofort, welche Azubis für Führungspositionen im Team geeignet sind.
Dass die Filialen mit kompetenten Azubis arbeiten, wussten sie im voraus: Die 34 besten Azubis, die in drei Gruppen Filialen in Düsseldorf, Bergisch Neukirchen und Leverkusen leiten, sind die besten der Niederlassung Langenfeld mit insgesamt 59 Filialen. Noten, Engagement, Präsenz und Teamfähigkeit zählen zu den wichtigen Gesichtspunkten bei der Auswahl der besten Azubis.
Wie wichtig das Team ist, erfahren die Auszubildenden während der zwei Wochen am eigenen Leib. "Ohne das Team funktioniert nichts", sagt Jennifer Herzog (20). Einen Schwerpunkt in Teamwork und guter Zusammenarbeit setze das Unternehmen schon in den ersten beiden Lehrjahren, findet Albert Wasinger. Dabei geht es auch um Zuverlässigkeit. "Wir wissen, dass ein zuverlässiges Team einen auffängt", sagt Jennifer Herzog. Denn es geht beim Leiten einer Filiale nicht ums Delegieren von Aufgaben.
Putzen, Waren einräumen und bestellen – all das steht auf dem Dienstplan des designierten Filialleiters. "Man möchte seine Aufgaben abarbeiten, damit die Arbeit nicht für die Frühschicht liegen bleibt", sagt Jennifer. Die hat es in sich. Um 5.45 Uhr setzt sich die Frühschicht zusammen, um den Tag zu besprechen. Falls etwas schief laufen sollte – Bereichsleiter sind stets in den Filialen. "Sie sollen aber nicht einschreiten, sondern nur beraten", sagt Kretschmann.
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