Lärm- und Abgasbelastung: B8-Center nervt Anwohner
VON JUTTA LAEGE - zuletzt aktualisiert: 07.04.2010 - 07:13Düsseldorf (RPO). Die Kiefernstraße muss herhalten, wenn die Parkflächen rund um die Markthallen nicht ausreichen. Eltern machen sich sich vor allem Sorgen um ihre Kinder und protestieren gegen die Lärm- und Abgasbelastung.
Die Kiefernstraße ist neben der Kö die bekannteste Straße Düsseldorfs, werben ihre Anwohner und Befürworter im Internet vollmundig. In diesen Tagen wäre ihnen ein bisschen weniger Bekanntheit aber deutlich lieber. Die steigende Wahrnehmung hat dabei gar nicht mit der Straße selbst zu tun, sondern mit dem unmittelbar daneben gebauten B8-Center.
Vor allem der Elektronik-Markt "Saturn" und der "Praktiker"-Baumarkt locken Kunden in Scharen an – und die parken die Kiefernstraße zu, um von hinten ans B8-Center heranzukommen.
"Wir Anwohner sind richtig genervt", sagt Mieterin Anita Tektas. "Es gibt keine Parkflächen mehr für uns. Dazu kommt die hohe Lärm- und Abgasbelastung." Viele Eltern sind in Sorge um ihre Kinder. "Die vielen Autos, das ist doch gefährlich", schimpfen sie.
Warnschilder gebastelt
Rund 500 Parkflächen gibt es auf dem B8-Center-Parkplatz. Der reiche an Wochenenden und an den Abenden aber häufig nicht aus, meinen die Anwohner. Norbert Machinek, der sich seit Jahren für die Kiefernstraße einsetzt, geht sogar noch weiter: "Das ist hier eine miserable Verkehrsplanung. Man kann von der Erkrather Straße stadteinwärts kommend nicht links auf den Center-Parkplatz fahren. Es gibt auch keinen Linksabbieger vom Parkplatz herunter." Da wundert es ihn nicht, dass die Kunden sich andere Parkplätze suchen. Eine breite Rampe Richtung Kieferstraße lädt geradezu dazu ein, den Einkaufswagen hochzuschieben, wenn der Platz unten voll ist.
Ein Problem ist auch die rückwärtige Lieferzufahrt zum Gelände. "Dort sollte es ursprünglich einen Wendekreis für die Lkw geben. Der wurde aber nicht gebaut, was dazu führt, dass immer nur ein Fahrzeug reinfahren kann, während die anderen auf der Fichtenstraße warten," so Machinek. Auch das führe zu Verkehrschaos an der "Kiefern".
Um auf die angespannte Verkehrssituation hinzuweisen, haben die Anwohner eigene Warnschilder gebastelt und an Straßenlaternen befestigt: "Spielen erlaubt, Parken nicht!" Da tröstet es wenig, dass die Stadt zurzeit mitten in der Kiefernstraße einen kleinen Platz neu pflastert. Denn generell seien viele Versprechungen nicht eingehalten worden, so Machinek.
"Die Abstandsflächen vom Center zur Wohnbebauung beispielsweise. Abgerissene Häuser wurden nicht wieder aufgebaut. Von Lärm- und Sichtschutz ganz zu schweigen." Die Kinder der Kiefernstraße begegnen der angespannten Situation mit der ihnen eigenen Fantasie. Auf einem Betonklotz vor der Rampe zum Parkplatz haben sie alte Möbel und Flohmarktartikel aufgestellt, um sie zu verkaufen. Da stand das große Center wohl Pate...
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