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Düsseldorf: Baby Arthur darf hoffen

VON DIRKE KÖPP - zuletzt aktualisiert: 11.04.2009 - 10:16

Düsseldorf (RPO). An dem Tag, als er vier Monate alt wurde, diagnostizierten Ärzte Leukämie bei Arthur. Seit fünf Monaten kämpft der Kleine um sein Leben. Jetzt erhält er eine Chance: In einer Nabelschnurblutbank wurde ein Knochenmarkspender gefunden. Im Mai sollen die Stammzellen transplantiert werden.

Eine Osterbotschaft für den kleinen Arthur: Er leidet unter Leukämie. Jetzt gibt es Hoffnung für ihn.  Foto: DKMS
Eine Osterbotschaft für den kleinen Arthur: Er leidet unter Leukämie. Jetzt gibt es Hoffnung für ihn. Foto: DKMS

Ein. italienisches Neugeborenes lässt die Familie des leukämiekranken Arthurs hoffen: "Wir haben vor wenigen Tagen erfahren, dass sich in einer Nabelschnurdatenbank in Italien ein Spender für Arthur gefunden hat", erzählt Hermine, die Großmutter des neun Monate alten Babys, im Gespräch mit der Rheinischen Post. Wer der kleine Italiener ist, weiß die Familie nicht ("die Spender bleiben anonym"). Klar ist aber: Seine genetischen Merkmale stimmen zu 80 Prozent mit denen von Arthur überein. Da das für eine Stammzell-Transplantation relativ gut ist, ist er als Spender für den kranken Arthur geeignet. "Wir waren sehr erleichtert."

Zahlreiche Bürger ließen bei zwei Aktionen ihr Blut typisieren, um Arthur zu helfen. Ein Knochenmarkspender wurde jetzt aber in einer Nabelschnurblutbank in Italien gefunden. Foto: RP/Gabriel

Täglicher Kampf ums Überleben

Seit fünf Monaten kämpft Arthur um sein Leben: Genau an dem Tag, als er vier Monate alt wurde, diagnostizierten die Ärzte Leukämie bei ihm – Blutkrebs. Bei der ALL genannten "Akuten lymphatischen Leukämie" entarten die Lymphozyten, eine Unterart der weißen Blutkörperchen, die normalerweise für die Abwehr von Infektionen zuständig ist. "Bei der ALL vermehren sie sich exorbitant, sind aber funktionslos", erläutert Carola Sasse, Medizinerin bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS). "Durch ihre übergroße Zahl verdrängen sie Blutplättchen, Abwehrzellen und rote Blutkörperchen." Folge kann auf Dauer eine gefährliche Immunschwäche sein.

Arthur hat seit der Diagnose daher bereits drei Chemotherapien mit all ihren Tiefen hinter sich gebracht, die vierte läuft gerade. "Die Ärzte sind mit seinem Zustand im Moment zufrieden. Und in seiner Entwicklung ist er wie jedes andere Baby in seinem Alter", erzählt Oma Hermine. "Er spielt, dreht sich und purzelt herum, strahlt uns an. Aber wir wissen ja, dass das nicht von Dauer ist, wenn er keine Knochenmarkspende bekommt."

Im März hatte es daher in Düsseldorf zwei Typisierungsaktionen für Arthur und den ebenfalls an Leukämie erkrankten Udo (49) gegeben. Etwa 5000 Menschen spendeten ihr Blut, um zu erfahren, ob sie als genetischer Zwilling von Arthur, Udo oder einem anderen Leukämiekranken als Knochenmark-Spender in Frage kommen. Jede Typisierung kostet 50 Euro, so dass die DKMS auf Geldspenden für die Analyse angewiesen ist.

Während sich in der Knochenmarkspenderdatei dennoch bislang kein genetischer Zwilling für Arthur fand, brachte die Suche in einer Nabelschnurblutbank Erfolg. Bei dieser Art von Spende wird nach der Geburt die Nabelschnur zügig abgeklemmt, um das darin enthaltene Blut entnehmen zu können; für Mutter und Kind ist das schmerzfrei. Allerdings wissen bislang noch wenige werdende Eltern davon. Jedoch kann das Blut derzeit nur für andere eingesetzt werden, aber noch nicht zur Heilung eigener Krankheiten des Spender-Babys.

Ein Vorteil von Nabelschnurblut ist, dass durch die relative Unreife der Immunzellen die mögliche Abstoßungsreaktion geringer ausfällt als bei der Transplantation von Stammzellen Erwachsener. Ein Risiko bei der Nabelschnurblut-Spende ist die geringe Menge – die sich naturgemäß nicht mehr aufstocken lässt. "Die Ärzte haben uns aber versichert, dass in diesem Fall die Menge des Nabelschnurblutes für eine Spende auf jeden Fall ausreicht", sagt Arthurs Oma Hermine.

In dieser Woche erfuhr die Familie zudem, dass die Übereinstimmung der Merkmale zwischen Arthur und dem kleinen Italiener zwar noch besser sein könnte, aber die Ärzte durchaus optimistisch sind. "Wenn Arthur seine Chemotherapie gut übersteht und nicht zu geschwächt ist, können die Stammzellen im Mai transplantiert werden." Keine einfachen Wochen für die Familie: "Hoffen und Bangen liegen bei uns im Moment eng beieinander", erzählt Hermine. "Man weiß einfach nicht, ob alles klappt und die fremden Stammzellen nicht abgestoßen werden. Aber natürlich überwiegt die Hoffnung."

Quelle: RP

 
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