Zehn Jahre Schauspielhaus: Badora-Ära neigt sich dem Ende zu
zuletzt aktualisiert: 12.05.2006 - 10:46Düsseldorf (dto). Zehn Jahre wirkte Intendantin Anna Badora am Düsseldorfer Schauspielhaus. Pünktlich zu ihrem Abschied erscheint nun ein Bildband, das mit 240 Fotoseiten an 170 Inszenierungen erinnert, die in dieser Zeit ihre Premieren feierten. Der Rückblick umfasst auch ganz besondere Projekten wie dem Antikenzyklus "Mania Thebaia" und der Uraufführungsreihe "Das Neue Europa - Warten auf die Barbaren", denen eigene Kapitel gewidmet sind.
Anders als ihre beiden Vorgänger Günther Beelitz und Volker Canaris übernahm mit Anna Badora 1996 wieder eine regieführende das Steuer am Düsseldorfer Schauspielhaus. Ihre erste Spielzeit eröffnete sie mit Frank Wedekinds "Lulu". Publikumsrenner wie "Bullets over Broadway" (Regie: Sönke Wortmann), "Top Dogs" oder die "Mütter" bescherten dem Haus ausverkaufte Reihen. Neben den regulären Aufführungen ergänzten Matineen, Lesungen, Diskussions-Veranstaltungen den Spielplan.
Die Spielzeit 1997/98 wurde mit Anna Badoras Inszenierung von Shakespeares "Der Sturm" eröffnet. Es folgten drei Uraufführungen unter ihrer Regie: im April 1998 die Revue "Bankers Opera" von Volker Kühn, im Februar 1999 Christoph Heins "Bruch" und zuletzt "Die Apokalypse der Marita Kolomak" von Vera Kissel im Dezember 1999. Zu Weiteren Höhepunkten der Badora-Zeit gehörten: Shakespeares Komödie "Was ihr wollt" (2000), Sophokles "Antigone" (2001) oder die Inszenierungen von "Der Würgeengel" und "Vor Sonnenuntergang" (2003).
Zur Spielzeiteröffnung 2005/06 inszenierte Badora die Uraufführung "Orpheus, Illegal" von Juri Andruchowytsch in der Reihe "Das neue Europa - Warten auf die Barbaren?" und übergibt mit Beginn der Spielzeit 2006/07 ihr Amt als Intendantin des Düsseldorfer Schauspielhauses an Amélie Niermeyer, während Badora die Intendanz am Schauspielhaus Graz übernimmt.
Anna Badora wurde 1951 in Czestochowa in Polen geboren. Nach dem Abitur besuchte sie die Staatliche Hochschule für darstellende Kunst mit der Richtung Schauspiel in Krakau. Danach studierte sie als erste Frau das Fach Regie an dem renommierten Max-Reinhardt Seminar in Wien und schloss ihr Studium 1979 mit Auszeichnung ab. Außerdem hospitierte sie währenddessen bei Giorgio Strehlers "König Lear"-Inszenierung am Piccolo Teatro in Mailand und assistierte anschließend in Berlin bei Peter Zadek und Klaus-Michael Grüber. 1982-84 war sie als Regieassistentin am Schauspielhaus Köln engagiert, wo sie auch selbst inszenierte. Von 1984 bis 1986 arbeitete sie zunächst als freie Regisseurin u.a. in Basel, Essen, Ulm und war ab 1986 für zwei Jahre fest in Basel engagiert. Anschließend inszenierte sie in München, Wien und Darmstadt. 1991-1996 war Anna Badora Schauspieldirektorin am Staatstheater Mainz.
Das Buch kostet 25 Euro und ist an der Theaterkasse sowie vor und nach den Vorstellungen ím Foyer erhältlich.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum





