Mobilredaktion Spielplätze in Not: Bänke, Beleuchtung, Paten
VON JAN WIEFELS UND GÖKÇEN STENZEL - zuletzt aktualisiert: 20.07.2007 - 09:54Düsseldorf (RPO). Was tun gegen Zerstörungswut und Diebstahl auf Spielplätzen? Am RP-Stand riefen Mütter gestern nicht nur nach Polizei und Ordnungsdienst. Sie machten auch konkrete Vorschläge und wollen sich selbst einbringen.
Um Vandalismus auf Spielplätzen etwas entgegenzusetzen, sind Eltern zu eigenem Engagement bereit: „Wir müssen auch selber etwas tun“, erklärte Mutter Liesel Richter bei der Mobilen Redaktion der Rheinischen Post gestern am Spielplatz Schlesische Straße. Richter will eine Patenschaft für den Spielplatz dort übernehmen. Fast täglich spielen ihre Kinder dort, wo in der Vergangenheit immer wieder Geräte zerstört und Glasscherben im Sand gefunden wurden. Vorläufiger Höhepunkt: der Diebstahl von Metallrutsche und -rinne.
Die angebahnte Patenschaft ist ein konkretes Ergebnis der Mobilen Redaktion. Die Betroffenen machten aber auch ihrem Ärger Luft. „Ein Jahr hat es hier gedauert, bis das demolierte Gerüst repariert wurde. Wenn die Geräte kaputt sind, kommen natürlich auch schnell die Alkoholiker“, beschwerte sich Christine Kirschke. Konkrete Vorschläge wurden laut: „Wenn alles besser beleuchtet wäre, würden sich abends auf den Spielplätzen auch keine trinkenden Jugendlichen treffen“, so Barbara Ritschel.
Diese Anregungen nahm Thomas Eberhardt-Köster vom Gartenamt auf. Er ist sicher, dass man nicht alle Spielplätze rund um die Uhr bewachen kann: „Das wäre eine Illusion. Wichtiger sind wachsame Bürger“, erklärte er. Dennoch sollen künftig häufiger Streifen an den Spielplätzen nach dem Rechten schauen. Bezirkspolizist Alfred Cellberg kündigte regelmäßige Doppelstreifen aus Polizei und OSD an und verriet: „Im Fall der gestohlenen Rutsche gibt es nach einem Tipp eine Spur.“
Eine Videoüberwachung für Spielplätze wurde kontrovers diskutiert. Während Harald Walter, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei in Düsseldorf, erklärte, dass Überwachungskameras „nur ein subjektives Sicherheitsgefühl“ schaffen würden, befürwortete Bezirksvertreter Rolf Schulte (CDU) die Idee: „Überwachungskameras schrecken ab und können im Nachhinein zur Aufklärung benutzt werden.“ Bezirksvorsteher Erich Kuczera (SPD)sprach sich dagegen aus: „Das Geld sollte man lieber in neue Spielgeräte investieren.“
Alle befürworteten aber eine Beleuchtung von Spielplätzen. Spielplatzpatenschaften, wie sie Liesel Richter übernehmen will, sind beim Jugendamt angesiedelt und einfach zu bekommen, wie Eberhardt-Köster erklärte: „Interessierte können sich bei uns melden, sie werden registriert und bekommen einen eigen Ansprechpartner.“ Ersatz für die Rutsche und die Rinne, ohne die der Matschplatz abgeschaltet bleibt, ist bestellt und kommt in rund sechs Wochen. Wegen der hohen Nachfrage gebe es Engpässe bei Stahl-Lieferungen, so Eberhardt-Köster.
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