Störungen auf S-Bahn-Linien: Bahn will Kunden besser informieren
VON CHRISTIAN HERRENDORF - zuletzt aktualisiert: 03.09.2010 - 07:52Düsseldorf (RPO). Wenn S-Bahnen ausfallen (zum Beispiel wegen eines Oberleitungsschadens), erfuhren Kunden der Rheinbahn bisher nicht davon. Es gibt keinen festgelegten Kommunikationsweg zwischen Deutscher Bahn und Rheinbahn und auch kein ausgearbeitetes Krisenmanagement beider Seiten.
Das geht aus einem Bericht des Düsseldorfer Amts für Verkehrsmanagement hervor. "Störfälle werden als singuläre Ereignisse behandelt", heißt es dort. Beide Unternehmen wollen deshalb nun Sofortmaßnahmen ergreifen und ein Pilotprojekt zur Kundeninformation im Störfall entwickeln.
Auslöser der Analyse war ein Problem auf der Strecke zwischen Köln und Langenfeld am 8. Februar. Wegen eines Oberleitungsschadens fuhren damals über elf Stunden zahlreiche S-Bahnen nicht. Darüber wurden die Rheinbahn und damit auch deren Fahrgäste nicht informiert, so dass viele Kunden zunächst keine alternative Fahrmöglichkeit mit Bus oder Straßenbahn suchten. Die meisten erfuhren von der Störung erst, als sie bereits auf einem S-Bahnhof "gestrandet" waren.
Um möglichst kurzfristig das ernüchternde Ergebnis aus dem Verkehrsamtsbericht zu beseitigen, haben beide Seiten mehrere Verbesserungsvorschläge erarbeitet. Die Ansätze im Überblick:
1. Kommunikation verbessern Deutsche Bahn und Rheinbahn legen Gesprächsketten fest, die bei Störfällen greifen. Eine Handlungsanweisung für interne und externe Störungen wird gerade für die Leitstelle der Rheinbahn erarbeitet.
2. Notfallpläne aufstellen Auf der Basis einer funktionsfähigen Kommunikation wollen beide Unternehmen weitere Schritte festlegen. In einem solchen Notfallplan stünde dann auch, wie die Fahrgäste informiert werden und unter welchen Umständen Ersatzverkehr bereitgestellt wird.
3. Alternativen aufzeigen Bei länger andauernden Störungen sollen in S-Bahnhöfen und auf den Bahnsteigen Aushänge gemacht werden, auf denen alternative Fahrmöglichkeiten stehen. In aller Regel gebe es solche Alternativen im Düsseldorfer Netz, heißt es von Seiten der Verkehrsunternehmen. An S-Bahn-Stationen mit digitalen Anzeigen sollen die Alternativrouten auch elektronisch zu lesen sein.
4. Datenverarbeitung erweitern Bis Jahresende soll es möglich sein, die Daten aller Eisenbahn-Verkehrsunternehmen sowie einiger kommunaler Verkehrsunternehmen ins Informationssystem des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr einzuspeisen. Dann wären die Informationen auch im Internet (www.vrr.de) und telefonisch über 01803 504030 abrufbar.
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