WestLB, IKB & Co.: Banken zwischen Krise und Chance
zuletzt aktualisiert: 10.09.2008Düsseldorf (RPO). WestLB, IKB & Co.: Der Finanzplatz Düsseldorf machte in den vergangenen Wochen und Monaten keine gute Figur. Die RP analysiert die Minus- und die Pluspunkte des Bankenstandortes – und dessen Zukunftschancen.
Krise der WestLB
Die Finanzkrise wirbelt die Finanzwelt durcheinander; Düsseldorf ist gleich mehrfach betroffen. Dazu kommen hausgemachte Probleme, zum Beispiel bei der WestLB. Seit Jahren erschüttern Skandale die Landesbank (Boxclever, Aktienspekulationen). Die Finanzkrise brachte das Institut erst recht ins Schlingern.
Noch mehr Krisen
Drei weitere Namen sind zu nennen. Die IKB, einst ein grundsolider Mittelstands-Finanzierer, machte im Zusammenhang mit der US-Immobilienkrise Milliardenverluste und konnte nur durch einen Verkauf gerettet werden. Der US-Finanzinvestor Lone Star hat das Institut übernommen. Im Frühjahr rutschte auch die Düsseldorfer Hypothekenbank in den Strudel. Wieder sollen vermutlich Finanzinvestoren als Retter auftreten. Die Bank ist auf Staatsfinanzierung spezialisiert und war nicht direkt durch die Immobilienkrise betroffen, wohl aber durch starke Kursschwankungen von Staatsanleihen in Folge der Krise. Um die Bank zu retten, musste der Einlagensicherungsfonds der deutschen Privatbanken einspringen. Völlig losgelöst von der Finanzkrise geriet indes die Stadtsparkasse in Turbulenzen, ausgelöst durch die Pleite des Franjo-Pooth-Unternehmens „Maxfield“.
Reputation gefährdet
Eine Häufung von Pleiten, Pech und Pannen geht am Bankenplatz nicht spurlos vorüber. Insbesondere die WestLB- und IKB-Krisen waren „herbe Schläge für den Finanzplatz“, sagt der Bankenexperte Wolfgang Gerke. Beide seien wichtige Banken, die den Standort entscheidend geprägt hätten. Ihre Verlusten hätten ein schrumpfendes Marktvolumen zur Folge.
Weniger Steuereinnahmen
Die Stadt bekommt weniger Gewerbesteuern. „Im Haushalt 2007 haben wir 50 Millionen Euro zurückgestellt für Rückzahlungen in Folge der Finanzkrise“, sagt Stadt-Kämmerer Helmut Rattenhuber. Muss die Stadt darauf verzichten? „Ich glaube, dass das realistisch ist“, sagt er.
Jobs gefährdet
In der Bankenwelt geht unter den Beschäftigten die Angst um. Uschi Jaeckel, Verdi-Gewerkschaftssekretärin, hört von „Verärgerung, Verunsicherung, Existenzängsten“. Bei der WestLB stehen nach ihren Angaben 1350 Jobs zur Disposition, 3000 seien bereits abgebaut worden. Außerdem verlassen viele die Bank freiwillig. Ob und wie viele Stellen bei der IKB verloren gehen, muss sich zeigen. Doch nun ist ein neues Sorgenkind dazugekommen: Jetzt fürchten auch Angestellte der Dresdner und der Commerzbank im Zuge der Fusion um ihre Jobs.
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