Hilfe für traumatisierte Kinder: Barbara Gladysch für Friedensnobelpreis vorgeschlagen
zuletzt aktualisiert: 29.06.2005 - 15:37Düsseldorf/Hamburg (dto). Die Initiative "1.000 Frauen für den Friedensnobelpreis 2005" hat auch 15 deutsche Frauen für die Auszeichnung nominiert, darunter auch die Düsseldorferin Barbara Gladysch. Die Pädagogin und Psychologin gründete unter anderem Therapiezentren für kriegstraumatisierte Kinder im tschetschenischen Grosny.
Barbara Gladysch kommt 1940 in Düsseldorf zur Welt. 1943 flieht sie mit ihrer Familie nach Bayern. Im Alter von sechs Jahren verliert sie ihre Mutter. "Meine Kindheit war die traurigste Zeit meines Lebens: geprägt von Gehorsam, Unterordnung, Angst und Verlogenheit der Erwachsenen." Sie studiert Psychologie und Pädagogie, wird Sonderschullehrerin.
1981 veröffenlticht sie in drei Düsseldorfer Zeitungen einen Aufruf "an alle Mütter". Der Appell markiert den Beginn der "Mütter für den Frieden". Diese Organisation bringt Frauen aus allen gesellschaftlichen Schichten zusammen, die sich aktiv für den Frieden einsetzen wollen und nimmt während des Kalten Krieges an der Friedensbewegung teil.
Nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl organisiert "Mütter für den Frieden" Demonstrationen, nimmt Kontakt auf mit Betroffenen. Bei ihrer zweiten Reise als Wahlbeobachterin in Tschetschenien gründet sie 1997 das Rehabilitationszentrum für traumatisierte Kinder "Kleiner Stern" in Grosny. Später ist "Mütter für den Frieden" auch in Bosnien-Herzegowina und im Kosovo tätig, wo sich Gladysch für die Betreuung bosnischer Flüchtlingsfamilien engagiert. 1999 erhielt Gladysch den Sean McBride-Friedenspreis für ihr Engagement
Das Projekt "1.000 Frauen für den Friedensnobelpreis 2005" steht unter dem Patronat der UNESCO Schweiz. Ziel ist es, weltweit auf Friedensarbeit von Frauen aufmerksam zu machen. Ende Januar hatte die Initiative beim Friedensnobelpreiskomitee in Oslo die Kandidatinnenliste eingereicht. Das Komitee nahm die Nominierung an.
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