Nischen für kleine Konzerte: Barockmusik und Improvisation mit Frischzelle
zuletzt aktualisiert: 02.09.2005 - 15:13Düsseldorf (dto). Entdecken, erforschen und erobern - beim Altstadtherbst gibt es in diesem wie auch in den vergangenen Jahren nicht nur Programm für die großen Bühnen. Auch die kleine Veranstaltung in der Kirche, das Platzkonzert auf dem Oberbilker Markt will entdeckt und erlebt werden. „Wir wollen Neugier auf etwas machen, die Menschen auf eine kulturelle Reise schicken, damit sie Dinge finden, die sie vorher nicht wahrgenommen wurden“, sagt der künstlerische Leiter Andraes Dahmen.
Bis zum 2. Oktober sind Aufführungen aus den Bereichen Theater, Kino, Tanz, Musik und Zirkus geplant. Barock, symphonisch und modern werden am 19. September ab 19 Uhr die Orgeln der Friedenskirche, der Kirche St. Peter und der Neanderkirche erklingen. Jeweils eine halbe Stunde spielen die Organisten Marcel Ober und Andreas Petersen Stücke aus drei Epochen und ziehen dann mit dem Publikum weiter, um in einem anderen Gotteshaus einen anderen Stil zu präsentieren.
Banda-Musik, das ist Dolce Vita in Reinkultur. Es wird getanzt, gelacht und gefeiert, wenn die typisch italienischen Blechbläserkapellen aufspielen. Seit der Gründung der rheinischen „Banda Metafisica“ im Jahr 2002 begeistert sie mit populärem Liedgut aus der toskanischen Folklore, melancholischer Trauermusik, getragenen und beschwingten Märschen. Mehrere Platzkonzerte verteilt in der Stadt gibt „Banda Metafisica“. So sind sie am 15. September um 16 Uhr auf dem Oberbilker Markt und um 18 Uhr vor dem Hauptbahnhof. Einen Tag später spielen sie um 18 Uhr auf dem Burgplatz und um 19.30 auf der Piazza im Benrather Karree.
Im Jahr 2000 schrieb der englische Komponist Joby Talbot eine packende, facettenreiche Musik zu „The Lodger“ (Der Mieter). Mit diesem Stummfilm aus dem Jahr 1926 schuf Alfred Hitchcock seinen ersten richtigen 'Hitchcock'-Krimi, zu sehen ist er im Rahmen des Kulturfestivals am 18. September um 16 Uhr im Isis-Zelt auf dem Burgplatz. Klassische Raga-Musik aus Nordindien macht Madhup Mudgal am 22. September um 21 Uhr in der Johanneskirche. Bei seinen Auftritten in den Konzertsälen der Welt und bei internationalen Festivals vermittelt er die indische Lesart von Musik.
"Frischzelle" bietet einer jungen, wilden und kreativen Generation nationaler und internationaler Nachwuchskünstler eine Plattform für unbefangenes intermediales Experimentieren und Improvisieren. Das Erforschen und Umsetzen frischer, ausgefallener Ideen ist die Keimzelle des neuen Kölner Festivals, welches an zwei Abenden mit einem intermedialen Labor beim altstadtherbst zu Gast sein wird. Präsentiert werden am 29. und 30. September um 21 und 22 Uhr in der Bergerkirche Projekte an der Schnittstelle von Musik, Video, Tanz, Medienkunst und Literatur.
Obwohl die Weltmusik-Bewegung bei ihrer Suche nach neuen Rhythmen und Melodien inzwischen auch die entlegendsten Ecken der Erde in Augenschein genommen hat, warten immer wieder Ensembles mit erstaunlichen Entdeckungen aus dem Fundus vergangener Klangwelten auf. Auf die Frage, wie wohl mexikanische Musik des Barockzeitalters geklungen haben mag, hat „Los Otros“ eine Antwort gefunden. In experimentellen und rhythmisch rasanten Interpretationen dieser oft nur fragmentarisch überlieferten Werke lässt sich das Ensemble um die Gambistin Hille Perl und den Zupfinstrumentenvirtuosen Lee Santana mit Viola da Gamba, Perkussion, Theorbe, Gitarre und Tanz vom Geist der südamerikanischen Rebellen unter Don Lope de Aguirre inspirieren.
Tickets gibt es unter Telefon 617 0 617. Mit der FestivalCard für 29 Euro gibt es bis zu 30 Prozent Ermäßigung auf die Eintrittskarten. Das U24-Special ist für alle Besucher unter 24 Jahren. Die bekommen Restkarten an der Abendkasse zu fünf Euro.
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