Denkmalschutz wird eingehalten: Bauantrag für Stadthaus gestellt
VON MICHAEL BROCKERHOFF - zuletzt aktualisiert: 27.12.2007 - 08:09Düsseldorf (RPO). Nach monatelagen Verhandlungen haben sich Investor und Stadt offensichtlich über den Denkmalschutz verständigt. Ein Anbau im großen Innenhof ist vom Tisch, alle Hotelzimmer sollen im Hauptgebäude untergebracht werden.
Der Umbau des Stadthauses an der Mühlenstraße in ein Hotel hat eine wichtige Hürde genommen: Der ursprünglich geplante Anbau im Innenhof mit etwa 20 Zimmern ist nicht mehr Gegenstand der Planung. Das geht aus dem Bauantrag hervor, den der Investor, die Münchner Derag-Gruppe, nach monatelangen Verhandlungen mit Stadtplanern und Denkmalschützern jetzt eingereicht hat. Die Zimmer sollen jetzt in dem Hauptgebäude untergebracht werden.
Das denkmalgeschützte, geschichtsträchtige Haus soll unterschiedlich genutzt werden. Auf 60 Prozent der Fläche sind exklusive Hotelzimmer vorgesehen, auf der restlichen Fläche sollen Wohnungen eingerichtet werden. Die Fassade zur Mühlenstraße hin bleibt erhalten, ebenso wichtige Räume im Inneren des Stadthauses, zum Beispiel der prächtige Wappensaal, der bis vor kurzem auch als Trauzimmer des Standesamtes gedient hatte. Letzte Details sind mit dem Denkmalschützer noch zu klären. Unter anderem geht es um die Frage, ob in das Dach auch Gauben mit Fenstern eingebaut werden können.
Das Einreichen des Bauantrags zeigt, dass sich die Stadt mit ihren Vorbehalten gegen den Anbau durchgesetzt hat. Er war entgegen der ersten Absprachen vom Investor beantragt worden. Weil er den Charakter des großen Innenhofes zerstört hätte, war er vom Denkmalpfleger abgelehnt worden. Daraufhin drohte der Investor abzuspringen und nicht in die Sanierung des Stadthauses einzusteigen. Jetzt gibt es offensichtlich aber eine Einigung.
Die Dominikaner, die die benachbarte Andreaskirche betreuen, sahen eine Nutzung des Innenhofes ebenfalls skeptisch. Sie befürchten, dass der Lärm durch Feiern die Ruhe im Gotteshaus empfindlich stören könnte. Auch eine Tiefgarage wird im Innenhof nicht gebuddelt, damit die Kellergewölbe des ehemaligen Jesuitenkollegs nicht zerstört werden. Ein Konzept sieht vor, dass Autos der Gäste in den benachbarten Tiefgaragen geparkt werden. Angestellte des Hotels könnten sie von der Auffahrt an der Mühlenstraße oder im Innenhof dorthin fahren.
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