Kö-Bogen: Bauarbeiter legen alte Stadtmauer frei
zuletzt aktualisiert: 14.07.2009 - 07:30Düsseldorf (RPO). Ein Relikt aus der Düsseldorfer Geschichte haben die Bauarbeiten am Kö-Bogen ans Tageslicht befördert. Am Nordende der Königsallee im Bereich Corneliusplatz/Jan-Wellem-Platz sind rund 20 Meter einer alten Stadtbefestigung entdeckt worden.
"Die Mauer war Teil der großen Stadtbefestigung. Sie stammt aus dem 18. Jahrhundert", erklärt Andreas Kupka, Archäologischer Grabungskoordinator der Stadt Düsseldorf. "Die ursprüngliche Bastion stammt aus dem 16. Jahrhundert. Um die Stadt vor Angriffen zu schützen, wurde dieser Teil der Mauer später der eigentlichen Stadtmauer vorgebaut. Das war notwendig, weil die Kanonen im 18. Jahrhundert immer treffsicherer und weitreichender wurden", so Kupka.
Fachleute bezeichnen eine solche Mauer als Kontergarde. Diese diente vor allem dem Schutz des einstigen Flinger Tors. Das ausgegrabene Mauerstück ist zwei Meter breit. "Wie hoch die Kontergarde ursprünglich war, ist heute nicht mehr eindeutig nachzuvollziehen", sagt Kupka. Bei den ausgegrabenen Resten handle es sich lediglich um das Fundament.
Neben der Ziegelmauer sind noch lose Haufen von Mauersteinen zu finden – wahrscheinlich Reste aus der Bauzeit der Bastion. Darauf deuten auch alte Stege hin, die den Bauarbeitern damals die Arbeit erleichterten. Im Jahr 1801 ließ Napoleon, der die Rheinbundstaaten und damit auch Düsseldorf beherrschte, die Stadtmauern schleifen. Nur die unterirdischen Fundamente, wie das wiederentdeckte Mauerstück, blieben erhalten. Vom Abriss sind noch Zeugnisse sichtbar: "Man erkennt noch Spuren der Sprengung", so der Archäologe.
Wissenschaftler sichern nun die Fundstelle. Die Mauerreste werden mit Fotos und Zeichnungen dokumentiert. Die genaue Lage wird mit Hilfe des Satelliten-Systems GPS festgestellt. Anschließend werden die Mauerreste entfernt. Der Nachwelt wird von diesen Spuren aus der Düsseldorfer Stadtgeschichte nichts erhalten bleiben.
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