Kö-Bogen: CDU: Kirschbaum-Allee denkbar
VON DENISA RICHTERS - zuletzt aktualisiert: 23.02.2011 - 09:02Düsseldorf (RPO). Die größte Fraktion im Rathaus will offen diskutieren, ob die Promenade mit Treppenstufen zwischen dem Kö-Bogen und dem Hofgarten bepflanzt werden soll oder nicht. Der Vorschlag der Stadtspitze, auf Bäume zu verzichten, sei reizvoll, aber nicht das letzte Wort, betont Fraktionschef Conzen.
Die CDU-Fraktion ist bemüht, der um die vor einer Woche von der Stadtspitze präsentierten Plänen zur Umfeldgestaltung des Kö-Bogens entbrannten Debatte die Schärfe zu nehmen. "Unfehlbarkeit gibt es in der Architektur nicht", betont Friedrich G. Conzen, Vorsitzender der CDU-Fraktion. "Deshalb sehen wir die präsentierten Ansichten als Vorschlag der Stadt, der durchaus noch diskutiert werden kann."
Palmen, Platanen oder, mit Blick auf die große japanische Gemeinde in Düsseldorf – im Frühsommer weiß blühende Kirschbäume, kann sich Conzen vorstellen. Aber auch die unbepflanzte Variante habe ihren Reiz. "Man muss sich das anschauen, vielleicht probeweise mit Bäumen in Töpfen."
OB Dirk Elbers und sein Planungsdezernent Gregor Bonin hatten vor einer Woche mit Animationen gezeigt, wie ihrer Ansicht nach die Oberfläche gestaltet werden soll, wenn nach Fertigstellung der Wehrhahn-Linie und der Autotunnel rund um den Jan-Wellem-Platz sowie dem Abriss der Hochstraße Tausendfüßler gestaltet werden soll. Bonin betonte, dabei eng mit dem Büro des Architekten Daniel Libeskind zusammengearbeitet zu haben. Nach einem Entwurf von Libeskind werden im ersten Abschnitt des Projekts Kö-Bogen bis 2013 auf dem Jan-Wellem-Platz zwei Neubauten errichtet.
Für Aufregung sorgt der Anschluss dieser Häuser an den denkmalgeschützten Hofgarten und das Gewässer Landskrone. Der Vorschlag der Stadt sieht dort eine Promenade mit breiten Stufen vor, die teils zum Sitzen gedacht, teils mit Rasen bepflanzt sind. Von Baumpflanzungen im Bereich der Böschung, die im September 2008 mit den Stimmen der CDU beschlossen wurden, ist keine Rede mehr.
"Wir fühlen uns nicht übergangen", betont Conzen. Seine Fraktion fordere jedoch, auch Alternativen aufzuzeigen, damit die Debatte darüber, ob an der Landskrone Bäume oder Büsche gepflanzt werden sollten oder nicht, offen geführt werden könne. CDU-Planungsexperte Alexander Fils zählt auf, was man vom Rathaus verlangt: Ansichten, wie dieser Bereich vor Beginn der aktuellen Bauarbeiten sowie nach dem Zweiten Weltkrieg ausgesehen habe, wann es dort zuletzt die von Heimatvereinen und Denkmalschützern verlangte Baumallee gegeben habe; und vor allem: wie das Ensemble mit Bäumen wirkt. "Derzeit ist die Fraktion einstimmig der Meinung, dass man nichts mit Bäumen verbauen, aber auch nichts ausschließen darf." Da die Tiefgarage mit der Kante der Libeskind-Bauten ende und nicht in den Böschungsbereich rage, stehe auch einer späteren Pflanzung nichts im Wege.
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