Diskussion um Bauprojekt: "Treppen am Kö-Bogen stören"
VON MICHAEL BROCKERHOFF - zuletzt aktualisiert: 24.02.2011 - 07:56Düsseldorf (RPO). Die Aktionsgemeinschaft der Heimatvereine will einen breiteren Weiher Landskrone und eine Baumreihe vor den Libeskind-Bauten. Die SPD schließt nicht aus, dass der Landeskonservator sowohl eine Änderung des Parks als auch den Abriss des Tausendfüßlers verhindern kann.
Der Hofgarten braucht eine klare Uferkante am Weiher Landskrone mit Bäumen, die sich bis zur Königsallee hinziehen. Die flachen Freitreppen vor den Libeskind-Bauten passen nicht zum Hofgarten, stören den Park und sollen wegfallen, damit die Wasserfläche breiter werden kann.
Das ist eine Kernforderung der Aktionsgemeinschaft Düsseldorfer Heimatvereine (AGD, die sie bei einem Gespräch mit Planungsdezernent Gregor Bonin vorgestellt hat. "Eine Baumallee am Weiher entlang zum Kö-Graben ist wesentlicher Bestandteil der Hofgarten-Planung von Maximilian Weyhe. Als Kompromiss ist jetzt zumindest noch eine Baumreihe technisch möglich", erklärte AGD-Vorsitzender Edmund Spohr.
Unter dem Blickpunkt der Stadtgestaltung passe ein breiterer Weiher besser zu den Proportionen der hohen Libeskind-Bauten, meinte Spohr. Auch sei ein unterer Weg direkt am Weiher mit Treppen nicht nötig, ein Weg an einer hohen Böschung, der niveaugleich mit den Bauten und auch der Königsallee sei, reiche aus und sei barrierefrei.
"Hofgartenvergleich"
Spohr wies zudem rechtliche Vereinbarungen hin. Die Stadt hatte bei den Beratungen zum Bebauungsplan des Kö-Bogens zugesagt, die Verkleinerung des Weihers beim Bau des Tausendfüßlers und des Jan-Wellem-Platzes zurückzunehmen und die Allee anzulegen", sagte Spohr. Wegen dieser Vergrößerung und Wiederherstellung des Parks habe die AGD dem Abriss des Tausendfüßlers zugestimmt. "Wenn dieser so genannte Hofgartenvergleich jetzt durch eine andere Planung hinfällig wird, dann steht auch nicht mehr die Zustimmung für den Tausendfüßler. Alles beginnt von vorne", so Spohr, der aber von konstruktiven Gesprächen mit der Stadt ausgeht.
Den Zusammenhang zwischen Hofgarten und Tausendfüßler hat auch die SPD bei der Diskussion um den Kö-Bogen im Blick. "Der Landeskonservator spricht sich für die ursprüngliche Form des Hofgartens und für den Erhalt des Tausendfüßlers aus. Was plant die Stadt, wenn er sich mit seiner Forderung durchsetzt?", fragte Bürgermeisterin Gudrun Hock und forderte Alternativen bei der Planung. Für den Rheinischen Verein für Denkmalpflege sowie für die Initiative "Lott stonn" wäre der Erhalt der Autohochstraße sogar ein Gewinn. Denn der Tausendfüßler sei ein technisch bedeutendes und gut gestaltetes Bauwerk, das das Stadtbild von Düsseldorf unverwechselbar präge und den Autoverkehr gut bewältige.
Der geplante Autotunnel habe dagegen Nachteile, so Hock. Die Rampen am Theatermuseum im Hofgärtnerhaus würden beispielsweise die beiden Hofgartenteile eher trennen als verbinden. Auch die Anbindung der Königsallee an die Landskrone sei wegen der Treppen nicht überzeugend. Die Planung sei insgesamt nicht so gut, dass für sie der Denkmalschutz aufgehoben werden könne.
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