Elbsee: Wellness-Oase: Streit um Stege
VON MICHAEL BROCKERHOFF - zuletzt aktualisiert: 30.01.2012 - 07:25Düsseldorf (RP). Nach der Genehmigung des Bebauungsplans wird in einem weiteren Verfahren geprüft, ob die seltenen Tiere zu sehr gestört werden und damit der Naturschutz gefährdet ist. Deshalb gibt es keinen Termin für den Baubeginn.
Neue Hindernisse für das Wellness-Center am Elbsee: Gegen die Stege mit vier Plattformen und Hütten, die vom Ufer der Anlage in den See hineingebaut werden sollen, haben Landschaftsschützer Bedenken. Durch die knapp 50 Meter in das Wasser ragenden Stege können die seltenen Wasservögel, die auf dem See ihr Revier haben, empfindlich gestört werden, befürchten sie. Mit dieser Problematik befasst sich heute ein Arbeitskreis des Landschaftsbeirates. Er muss im Rahmen eines wasserrechtlichen Verfahrens seine Zustimmung geben.
Der Bauherr des Wellness-Centers, die städtische Tochter IDR, sowie der Investor, Firma Theune Spa, hatten anfangs nicht mit diesem zusätzlichen Genehmigungsverfahren gerechnet. Sie waren davon ausgegangen, dass der vom Rat verabschiedete Bebauungsplan für die Gebäude und Wasserbecken am Strand ausreichen würde, und hatten bereits im Sommer vergangenen Jahres mit dem Bau beginnen wollen.
Der Elbsee
Der Elbsee zwischen Düsseldorf und Hilden entstand durch Auskiesung, die im Jahr 2006 beendet wurde. Er ist etwa 89 Hektar groß und bis zu 22 Meter tief.
Der See ist für seinen Artenreichtum bekannt: Unter anderem leben dort seltene Wasservögel. Nord- und Westufer des Sees stehen deshalb unter Naturschutz.
„Man hätte natürlich lieber eine schnelle Verwirklichung des Projektes, aber die Genehmigungsverfahren sind eben nötig“, sagt Stephan Theune. Er geht davon aus, dass ein Kompromiss mit den Naturschützern gefunden werden kann. Denn der Standort der Wellness-Oase direkt an einem See, der in weiten Teilen unter Naturschutz steht, sei außergewöhnlich gut.
Der Naturschutz ist allerdings auch der Knackpunkt für die Genehmigung. Denn der Elbsee gilt als wichtiges Rückzugsgebiet für seltene Vogelarten und für Zugvögel, die hier Rast machen oder auch überwintern.
Die Umweltschützer befürchten nun, dass die Menschen, die von den Stegen aus den See beobachten wollen oder sich in den vier Pavillons erholen wollen, von den Tieren als Feinde wahrgenommen werden und sie flüchten lassen. Für sie wäre dann der See kein sicherer Rückzugsort mehr. Vor allem im Winter, wenn die Wasserfläche zum Teil mit Eis bedeckt sei, könnten sich die Vögel gestört fühlen, weil sie nicht ausweichen könnten, so Naturschützer. Und es müsse dafür gesorgt werden, dass mit Einbruch der Dämmerung kein störendes Licht von den Stegen auf das Wasser scheine. Mit welchen Auflagen und Kontrollen solche Beschränkungen durchgesetzt werden können, darüber will der Arbeitskreis zusammen mit den Investoren beraten.
IDR-Chef Heinrich Pröpper geht von einer einvernehmlichen Lösung auf. Ist die wasserrechtliche Genehmigung erteilt, geht es nochmals an die finanzielle Prüfung des Projektes. Laut Pröpper hat es ein Volumen von gut 20 Millionen Euro, zehn Prozent davon wird von Theune Spa für die Ausstattung investiert. Den Rest trägt die IDR für die Entwicklung des Grundstücks, auf dem seinerzeit die Verwaltungsgebäude der Elbsee-Kiesbaggerei standen.
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