Wehrhahn-Linie: Baustelle empört die Kaufleute
VON HANS ONKELBACH - zuletzt aktualisiert: 20.11.2009 - 10:45Düsseldorf (RPO). Seitdem auf der Süd-Seite der Schadowstraße Gräben gezogen wurden, um Leitungen wegen der U-Bahn-Baustelle umzulegen, fühlen sich die dortigen Händler abgeschnitten. Kunden bleiben aus, Umsätze sinken.
Auf der Schadowstraße hat der Streit zwischen Baustellen-geplagten Kaufleuten auf der einen und den Baustellen-Planern auf der anderen Seite eine neue Schärfe erreicht. Seitdem die Baustelle auf die Süd-Seite der Straße umgelegt wurde und dort vor den Geschäften riesige Gräben entstanden, fühlen sich eine ganze Reihe von Kaufleuten regelrecht von ihrer Kundschaft abgeschnitten.
In einem Brief an Friedrich Conzen in seiner Funktion als Präsident des Einzelhandelsverbandes schlägt Karin Bornemeyer Alarm. Die Inhaberin des gleichnamigen Bekleidungsgeschäftes wirft der Stadt vor, sich nicht um die Belange der Kaufleute zu kümmern und verlangt vor allem von Conzen, sich für die Händler einzusetzen. Reagiert habe er bisher nicht, sagte Bornemeyer gestern.
Die Lage: Zwischen der Ecke Berliner Allee und über die nächste Querstraße (Wagnerstraße) hinaus sind in den vergangenen Wochen lange Gräben gezogen worden, in denen man an Versorgungsleitungen arbeitet. Wegen des U-Bahn-Baus müssen sie verlegt werden. Da sie sehr dicht an der Häuserfront entlang laufen, ist der Bürgersteig auf der Süd-Seite der Schadowstraße mehrere hundert Meter weit praktisch verschwunden. Die Fußgänger müssen auf einen abgesperrten Teil der alten Fahrbahn ausweichen und dort Slalom laufen, weil Baumaschinen und -stoffe herumstehen oder -liegen, immer wieder Lkw anrollen.
In rund ein Dutzend Geschäfte gelangt man derzeit nur über provisorische Holzbrücken, die sich über die Bau-Löcher spannen. Sie sind aus Holz und jeweils gut sechs Meter lang. Auf jeden Fall jedoch sind sie eine Hemmschwelle, was die Kaufleute an der Kundenfrequenz merken: Alle klagen über rückläufige Kundenzahlen (zum Teil in drastischen Umfängen) und sinkende Umsätze.
Jürgen Deckert etwa, Inhaber der Wagner-Apotheke. Zeitweise war der Zugang zu seiner Apotheke, die an der Ecke Wagnerstraße/Schadowstraße liegt, völlig versperrt. Erst gestern wurde dort eine Brücke gebaut, so dass die von ihm dringend benötigte Laufkundschaft ihn wieder erreichen kann. Deckert hat den Eindruck, die Arbeiten seien schlecht koordiniert. Mehrfach habe er es in den letzten Monaten erleben müssen, dass die Straße immer wieder neu aufgerissen wurde. "Jeder Handwerker macht hier sein eigenes Ding!" meint er.
Lydia Wolke (Deichmann), sieht das ähnlich. Vor allem Frauen mit Kinderwagen oder behinderte Menschen würden abgeschreckt. Alle Anwohner können Beispiele von wegziehenden Arztpraxen, Privatleuten oder kleinen Büros berichten. "Hier findet eine regelrechte Flucht vor der Baustelle statt," sagt Jürgen Deckert. Die Leute hätten schlicht keine Lust, sich diesen Dreck, Lärm und damit verbundenen Umstand noch anzutun, bis 2014 alles fertig sein soll.
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