Oberkassel: Belsenpark-Pläne beschlossen
VON HANS ONKELBACH - zuletzt aktualisiert: 07.05.2010 - 08:09Düsseldorf (RPO). Nach erneutem heftigen Streit um das neue Viertel in Oberkassel gab es am Donnerstag dafür eine CDU/FDP-Mehrheit. SPD und Grüne kritisierten das Vorhaben, vor allem wegen des Verkehrskonzeptes. Bürgerinitiative will klagen.
Die bürgerliche Mehrheit im Rat gab gestern grünes Licht für die in Oberkassel hoch umstrittene Bebauung Belsenpark. Dort soll auf dem Gelände des früheren Güterbahnhofs ein Mix aus Wohnen, Gewerbe, Gastronomie und Dienstleistung entstehen. Die Bebauung reicht vom Belsenplatz bis an den Seestern heran. Ein Bürgerinitiative hat bereits angekündigt, gerichtlich gegen den Plan vorzugehen.
Auch SPD und Grüne kritisierten gestern nochmals das Vorhaben. Die Ansatzpunkte für die Kritik:
Art der Bebauung Ausdrücklich ist immer wieder davon die Rede, dass man einen Mix anstrebt und auch sicher ist, dass der Investor das so umsetzt. Daran jedoch gibt es erhebliche Zweifel. Wer so viel Geld investiere, der wolle auch seinen Profit. Und der sei mit Gewerbeimmobilien leichter zu machen. Für die CDU-Fraktion erklärte Ratsherr Alexander Fils, es gebe keinen Zweifel an der Absicht, dort auch Wohnungen zu bauen.
Bürgerbeteiligung Grüne und Linke kritisierten vor allem die nach ihrer Ansicht mangelnde Bürgerbeteiligung. Zuletzt habe man vor fünf Jahren öffentlich über die Pläne gesprochen, man hätte das unbedingt jetzt wieder tun müssen. CDU- und FDP-Ratsvertreter wiesen das zurück: Das Projekt sei ausreichend offen präsentiert worden.
Verkehrskonzept Vor allem SPD-Bürgermeisterin Gudrun Hock nahm das Verkehrskonzept unter die Lupe und kam zu der Erkenntniss, es sei nicht schlüssig. Der bürgerlichen Mehrheit warf sie vor, zuerst zu bauen, und sich erst danach Gedanken über die Verkehrsströme zu machen. So sei das schon im Hafen gewesen.
Die Bebauung Belsenplatz war zuletzt in die Schlagzeilen gekommen, als die nebenan lebende Kunstsammlerin Julia Stoschek gegen das Projekt protestierte. Sie sah ihre aufwändig restaurierte Kunst-Fabrik am Greifweg bedroht. Nach vielen Monaten Diskussion einigte man sich darauf, dass gegenüber des Museums eine Art "Baulücke" gelassen wird. Allerdings hat der Bauherr das Recht, die Fläche, die er dort nicht errichten darf, an anderer Stelle unterzubringen. So wird die weitgehend fünfgeschossige Bebauung an einigen Stellen sechsgeschossig.
Im Verbund mit dem Belsenpark wird ein neues Verkehrskonzept Heerdter Dreieck/Seestern umgesetzt, das Verkehrsströme aus dem Belsenpark aufnehmen, vor allem aber den neuen Vodafone-Campus auf dem ehemaligen Gatzweilergelände anbinden soll. Auch dagegen gibt es Widerstand.
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