Das Motto des Weltlehrertags am Dienstag lautet:: 'Bildung rauf - Belastung runter'
zuletzt aktualisiert: 04.10.2004 - 15:10Düsseldorf (ddp). Mit einem Aktionstag in Düsseldorf will die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in NRW am Dienstag für mehr Investitionen in die Bildung werben. Zentrales Motto der Aktion am Weltlehrertag ist "Bildung rauf - Belastung runter", wie GEW-Landesvorsitzender Andreas Meyer-Lauber am Montag in Düsseldorf ankündigte. Er betonte, dass Bildung die zentrale Zukunftsaufgabe des 21. Jahrhunderts sei. Zugleich kritisierte er weiter bestehende Missstände in NRW. Dazu gehörten eine Überlastung von Lehrern durch Arbeitszeitverlängerung und Arbeitsverdichtung, zu große Klassen und fehlende Betreuungsplätze für unter Dreijährige.
Die Gewerkschaft forderte alle Parteien auf, im Landtagswahlkampf Konzepte für eine bessere Finanzierung der Bildung vorzulegen. In der nächsten Legislaturperiode müssten "entscheidende Weichenstellungen" erfolgen, um die Entwicklung nicht wieder zu verschlagen, mahnte Meyer-Lauber. Die GEW plädiert für die Wiedereinführung der Vermögenssteuer. Sie bedeute in NRW Mehreinnahmen von bis zu 1,7 Milliarden Euro.
Der Landesverband Bildung und Erziehung (VBE) bemängelte, dass Deutschland bei der Bildungsfinanzierung das "Klassenziel" nicht erreiche. Laut der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung stagniere der Anteil der Ausgaben für Bildung und Forschung am Bruttoinlandsprodukt weiter. Dies gelte auch für NRW.
Nach GEW-Angaben lernen in rund 9 Prozent aller ersten bis zehnten Klassen in NRW mehr als 30 Schüler gemeinsam. Bei aller Anstrengung der Lehrkräfte sei unter solchen Voraussetzungen die Förderung einzelner Jugendlicher nicht möglich. Vielmehr dürften in Zukunft in keiner Klasse mehr als 25 Schüler unterricht werden. Durch die Arbeitszeiterhöhung für Lehrer seien ferner 5000 Arbeitsplätze für junge, ausgebildete Lehrer vernichtet worden.
Bei einem steigenden Durchschnittsalter der Lehrer von mittlerweile rund 47 Jahren sei eine solche Arbeitszeiterhöhung kontraproduktiv. Der Gesundheitszustand von Lehrern sei "Besorgnis erregend". 25 bis 35 Prozent litten an hoher Verausgabung, Erschöpfung und Resignation. Lehrer bekämen zu wenig Unterstützung, arbeiteten zu lange in zu großen Klassen und erlebten kaum junge Kollegen im Arbeitsalltag.
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