Laut Gutachter lebt keine Zauneidechse in den Kasematten: Bilker Arcaden echsenfrei
VON STEFANIE GEILHAUSEN - zuletzt aktualisiert: 04.10.2006 - 08:21Düsseldorf (RP). Sollte es am Bilker Bahnhof eine Zauneidechse geben, lebt sie da auf eigene Gefahr. Denn das Gelände, auf dem mfi demnächst mit dem Bau eines Einkaufszentrums beginnen will, ist „als Lebensraum für Zauneidechsen ungeeignet.“
Das hat zumindest die Untere Landschaftsbehörde festgestellt, nachdem die Grünen sich für die Lacerta agilis stark gemacht hatten. Christine Ewert hatte in der Bezirksvertretung3 angefragt, ob den Eidechsen ein angemessener Ausgleich für den Verlust der Heimat angeboten würde - sofern es denn welche am Bahnhof gäbe.
In einem ersten Gutachten zum Bebauungsplan nämlich hatte ein Experte angedeutet, Zauneidechsen könnten sich auf dem Grundstück durchaus wohl fühlen. Gesehen hatte er aber keine, und als Umweltschützer im Mai noch mal nachschauen wollten - da durften sie nicht mehr auf das Gelände.
Die Verwaltung hat nun gestern die BV3 beruhigen können. Zwar sei beim ersten Gutachten hauptsächlich auf Brutvögel und Fledermäuse geachtet worden, doch die Untere Landschaftsbehörde habe nun auch noch nach Zauneidechsen Ausschau gehalten. Wie gesagt: vergebens. Gleichwohl sei die Spezies bedroht und habe in Düsseldorf überhaupt bloß noch fünf Heimstätten. Weshalb bereits im Frühjahr mit dem Landkreis Mettmann eine Arbeitsgruppe gegründet wurde, die sich um den Erhalt der Zauneidechse kümmert.
Enttäuscht war Christine Ewert nicht. „Wir wollen ja nicht mit der Zauneidechse den Bau stoppen, sondern nur sicherstellen, dass man die Tiere integriert.“ Zumal die Zauneidechse so geschützt ist, dass ihr ein Ersatzlebensraum gar nicht zugewiesen werden darf - sie hat gewissermaßen Erstwohnrecht. Wovon sie, ausweislich des zweiten Gutachtens, am Bilker Bahnhof aber gar keinen Gebrauch macht. Die Grünen haben allerdings Hinweise auf mindestens zwei seltene Kauzarten auf dem Gelände, über deren Integration in die Shopping-Mall noch zu reden sein wird.
Am Monatg redeten die Bezirksvertreter zunächst einmal über den Bauschutt, der dort zu erwarten ist. Nach dem Willen der SPD-Fraktion soll er über die Schiene abtransportiert werden. Das sei umweltfreundlicher und belaste auch die Bilker Straßen nicht, hieß es in der Antragsbegründung. An den Mehrkosten dafür sollte sich die Stadt „angemessen beteiligen“. Dem Einwand von FDP-Bezirksvertreter Bernhard Piltz, man könne nicht den Bürgern in Kaiserswerth Kosten für ein Einkaufszentrum aufzwingen, das sie gar nicht nutzen würden, mochten die Sozialdemokraten nicht folgen und setzten den Antrag mit ihrer Mehrheit durch.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum





