System ab 2009 auch in Düsseldorf: Blaue Tonne: Vorbild Köln
VON STEFAN KAUFMANN - zuletzt aktualisiert: 24.04.2008 - 08:38Düsseldorf (RPO). In der Domstadt bringen die Bürger ihr Altpapier nicht mehr zum Container, sondern sammeln es in einer Tonne im Haus. Inzwischen lässt sich damit richtig Geld verdienen. Ab 2009 wird dieses System auch in Düsseldorf eingeführt.
Am 1.Januar 2009 bekommt Düsseldorf die blaue Tonne für Altpapier. Wie das neue System aussehen soll, darüber denkt die Stadt zurzeit nach und schaut deshalb auf Köln. In der Domstadt gibt es die blaue Tonne nämlich schon seit zwei Jahren im gesamten Stadtgebiet. Ab 2003 stattete der Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) die einzelnen Stadtteile nach und nach mit den neuen Behältern aus.
Wie bekomme ich eine solche Tonne?
In Köln muss jeder Hauseigentümer eine Tonne bestellen. Wichtig: Nicht der Mieter ist der Ansprechpartner für die Entsorger. In anderen Städten wurde dagegen einfach auf jedem Grundstück eine vor die Haustüre gestellt. Wer die Tonne nicht wollte, musste sie zurückgeben. Durch diese Aktion gelang es, rund 95Prozent der Haushalte mit der blauen Tonne zu versorgen, in Köln liegt die Quote bei 80 Prozent.
Was kostet eine Tonne?
Die Tonnen gibt’s ohne Aufpreis. In Köln wurden die Kosten in den Gebühren für die graue Tonne einkalkuliert.
Wie viel Platz ist darin?
Es gibt sie mit einem Fassungsvermögen von 120 oder 240 Liter.
Was passiert mit den Containern?
In Köln sind inzwischen alle großen Depo-Container für Altpapier von den Plätzen verschwunden. „Das hat dem Stadtbild unheimlich gut getan“, sagt Regina Kobold von der Grünen-Ratsfraktion in der Domstadt. Nur zu Beginn hätte die Kölner ihr Altpapier einfach neben den Glas-Containern gestapelt. „Die Umstellung hat erstaunlich gut funktioniert“, sagt auch Michael Paul von der Kölner CDU.
Wer holt das Papier ab?
Das muss die Stadt noch in Gesprächen mit der Awista und der Zukunftswerkstatt, die zurzeit die Papierbündel in den Gebieten am Stadtrand abholt, klären. Fest steht: Die blaue Tonne wird flächendeckend eingeführt. Geleert wird die Tonne wie die anderen - wer bisher seine Tonnen selbst an die Straße stellt, wird dies auch bei der Neuen erledigen müssen. In der Innenstadt holen die Müllmänner die Tonnen aus dem Keller.
Wie oft wird geleert?
Alle zwei Wochen.
Wo stelle ich die Tonne hin?
Ein Platz muss selbst gefunden werden. In Köln hat die AWB Berater eingesetzt, die mit den Hauseigentümern nach Lösungen gesucht haben. Nur in Ausnahmefällen sind statt einer Tonne Säcke zugelassen.
Und wer keine Tonne bestellt?
Der müsste sein Altpapier zu einem Recyclinghof bringen. „Die Gefahr besteht, dass das Papier dann im Restmüll landet“, sagt Kobold. Eine Lösung für dieses Problem hat man allerdings auch in Köln noch nicht gefunden.
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