Nach Entzug der Betriebsgenehmigung: Blue Wings hofft, bald wieder fliegen zu dürfen
VON HANS ONKELBACH - zuletzt aktualisiert: 07.04.2009 - 07:36Düsseldorf (RPO). Knapp eine Woche, nachdem das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) der Düsseldorfer Airline "Blue Wings" die Betriebsgenehmigung entzogen hat, haben Anteilseigner über eine Kapitalerhöhung beraten. Am Ende der Sitzung gab man bekannt, das Eigenkapital der Gesellschaft auf 35 Millionen Euro erhöhen zu wollen.
Und die Aktionäre erklärten sich bereit, kurzfristig fünf Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Nun hofft man, innerhalb weniger Tage wieder fliegen zu dürfen. Das LBA muss jedoch die Betriebsgenehmigung wieder neu erteilen.
Trotz der ausgefallenen Flüge hatte Blue Wings es geschafft, die Passagiere, die am Flughafen ankamen und fliegen wollten, auf andere Airline umzubuchen.
Der Grund für den Flugstopp war der aus Sicht des LBA fehlende Nachweis über die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Die Behörde hatte erklärt, sie sehe die Liquidität der Airline für die nächste Zeit nicht ausreichend belegt. Man hatte allerdings die Zahlungsfähigkeit und auch die Sicherheit der Jets nicht in Frage gestellt.
Blue Wings stellte denn auch sofort klar, dass die Jobs der knapp 400 Angestellten nicht sofort gefährdet, sondern die Gehälter für die nächsten Monate noch gesichert seien. Die von der Luftfahrtbehörde monierte Deckungslücke beträgt nach Unternehmensangaben rund sechs Millionen Euro.
Am Düsseldorfer Flughafen nimmt "Blue Wings" bei den beliebtesten Airlines Rang 9 ein. Sollte das Unternehmen für eine längere Zeit am Boden bleiben, wären 385 Arbeitsplätze – wenn auch nicht sofort gefährdet – aber doch betroffen.
Im Streit um die verweigerte Betriebsgenehmigung hatte der russische Milliardär und Mehrheitseigner Alexander Lebedew in einem Brief Bundeskanzlerin Merkel Protektionismus vorgeworfen. Er begründete dies damit, dass vom Start- und Landeverbot bei Blue Wings nur die Lufthansa profitiere.
Seit 2007 hat Blue Wings mehrere Großinvestitionen getätigt, die unterm Strich zu roten Zahlen führten. Eine für 2009 geplante Restrukturierung sei nicht zügig genug vonstatten gegangen, um den Lizenzentzug abzuwenden, hieß es. Bereits im Januar hatte das Bundesamt deshalb entsprechende Zweifel geäußert und eine Betriebsgenehmigung lediglich bis Ende März erteilt. Blue Wings schaffte es jedoch nicht, die Behörde zu überzeugen. Mit jedem Tag, an dem Blue Wings nicht fliegt, entgehen der Gesellschaft bis zu 300 000 Euro.
Die Airline fliegt mit knapp einem Dutzend Boeing 737 vor allem Ziele in Osteuropa an.
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