Heinrich-Heine-Passage: Blumenlädchen weicht Wehrhahn-Linie
VON SABINE SCHMITT - zuletzt aktualisiert: 23.04.2008 - 08:30Düsseldorf (RPO). Sie wusste, dass der Tag kommen wird. Nur dass er sobald kommt, das hätte Vanessa Wolf nicht gedacht. Nächsten Mittwoch hat die Blumenverkäuferin ihren letzten Arbeitstag. Ihr Arbeitsplatz, das kleine Blumenlädchen in der Heinrich-Heine-Passage, in dem sie täglich Sträuße mit Tulpen, Rosen und Schleierkraut bindet, muss zum 1.Mai schließen. Es weicht der Wehrhahn-Linie. Genauer: Hier soll ein Treppenhaus für Düsseldorfs neue U-Bahn-Linie gebaut werden.
Die Stadt will mit der 3,4 Kilometer langen Trasse den öffentlichen Nahverkehr ausbauen. Vom S-Bahnhof Wehrhahn bis zum Bahnhof Bilk soll die Linie den Osten und Westen besser an das Liniennetz anbinden und täglich bis zu 53000 Fahrgäste befördern. Das ist der Plan für 2014.
Doch Vanessa Wolf und die anderen drei Angestellten des Blumenlädchens haben jetzt erst mal ein Problem. „Wir wissen nicht, wie es weitergeht“, sagt die Floristin. Ihr Chef, Lutz Peerenboom habe zwar seit Vertragsbeginn vor drei Jahren gewusst, dass sein Lädchen der Wehrhahnlinie weichen muss. Aber wann konkret, habe er erst vor vier Wochen erfahren.
Jetzt sucht Peerenboom einen neuen Laden. Doch bisher ohne Erfolg, sagt Vanessa Wolf. In der Heinrich-Heine-Passage sei kein Ladenlokal frei. Und überirdisch zu eröffnen, sei zu teuer. Wolf: „So viele Blumen können wir gar nicht verkaufen, dass wir uns oben die Miete leisten könnten.“
Besonders tragisch: Am letzten Öffnungstag ließ sich trotz Bitten nicht mehr rütteln. Dabei hätte man so gerne noch bis Muttertag (11.Mai) weitergemacht - dem umsatzstärksten Tag des Jahres. „Der Abriss wird wohl unmittelbar nach unserer Schließung erfolgen“, schätzt Blumenverkäuferin Wolf. Es geht los: Gestern wurde der erste Bauzaun fürs neue Treppenhaus aufgestellt.
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