Düsseldorf: Börsen-Guru mit Maserati betrügt Anleger
zuletzt aktualisiert: 29.05.2010 - 15:29Düsseldorf (RPO). Fast schon Stammgast auf der Anklagebank des Landgerichts ist ein 60-jähriger Kaufmann. Zuletzt wegen Anlagebetruges zu mehr als vier Jahren Haft verurteilt, hat er noch in der Haftzeit als Freigänger im offenen Vollzug den nächsten Serienbetrug eingefädelt.
Das behauptet die neueste Anklage. Diesmal geht es um rund drei Millionen Euro Schaden – und darum, dass er sogar einen Gefangenenbetreuer dazu verleitet haben soll, mehr als 250 000 Euro in windige Geldanlagen zu investieren. Ein weltweites Firmengeflecht aufzubauen, hohe Renditen zu versprechen, und letztlich die Gelder gutgläubiger Anleger bei Börsenspekulationen zu verzocken: Diese Betrugsform will die Anklage dem 60-Jährigen nun nachweisen.
Als angeblicher Börsen-Guru mit einem Maserati als Dienstwagen und Geschäfts- oder Bankverbindungen zu den karibischen Cayman-Inseln, nach Dänemark, London, in die Schweiz und nach Spanien habe der Angeklagte von April 2005 bis Herbst 2007 mindestens 89 Anleger hinters Licht geführt – und deren Kapital in den Sand gesetzt. Auch Mitarbeiter, die für seine Geschäfte werben sollten, habe er zum Geldanlegen verleitet. Diese Opfer stifteten zudem ihre Familien und Freunde an, ebenfalls zu investieren.
Zu den meisten Einzahlungen heißt es in der Anklage nur: "Rückzahlung: Null." Bis auf Provision und ein kleines Gehalt für seinen als Helfer mitangeklagten Halbbruder (54) habe der Angeklagte das Fremdkapital nicht gewinnbringend, sondern freihändig angelegt – und verloren. Die Anleger erhielten dennoch "Depotauszüge mit beachtlichen Renditen", die aber erfunden gewesen sein sollen. Dem Serienschwindler drohen dafür jetzt weitere fünf bis sieben Jahre Haft – falls er ein Geständnis ablegt.
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