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Polizei rätselt über Hintergründe: Bombendroher erschlägt Frau mit Hammer

VON BIRGIT KRANZUSCH - zuletzt aktualisiert: 22.03.2007 - 08:24

Mehrere Tage hat Monika D. tot in ihrem Bett gelegen. Mit schweren Kopfverletzungen, das Bett voller Blut, bedeckt mit einer Plastikplane und mehreren Decken. Ob es zwei oder vier Tage waren, kann die Polizei nicht genau sagen. Warum sie sterben musste und ob ihr Lebensgefährte Peter K. neben der Toten geschlafen hat, ist ebenso unklar. Der Tod um die 55-Jährige gibt der Polizei viele Rätsel auf. Doch eines steht fest: Peter K. gilt als dringend tatverdächtig Monika D. getötet zu haben.

Als die Beamten am späten Mittwochabend die Wohnung in der Morsestraße 4 stürmten, bot sich den Polizisten ein Bild des Grauens. Im Schlafzimmer fanden die Einsatzkräfte Monika D. tot im Bett liegen. „Das Bett war voller Blut, die Frau hatte sehr starke Verletzungen am Kopf, lag unter Decken und einer Plastikplane“, sagt der Leiter der Mordkommission Wolfgang Siegmund. Der Teppich im Schlafzimmer sei mit Benzin oder Universalverdünner durchtränkt gewesen.

Die Obduktion hat ergeben, dass sie zwei bis vier Tage im Bett gelegen hat. Dringend tatverdächtig ist Peter K. „Aufgrund seines Verhaltens am Mittwochabend und in den vergangenen Tagen und den Anrufen ist er verdächtig, Monika D. getötet zu haben“, sagt Staatsanwalt Andreas Stüve. Das Tatwerkzeug – ein Hammer – wurde in der Wohnung gefunden.

Von Freunden vermisst

Immer wieder hatten Freunde, Arbeitskollegen und die Töchter der 55-Jährigen in der gemeinsamen Wohnung von Monika D. und Peter K angerufen. Doch immer wieder wurden sie von dem 44-Jährigen vertröstet. Immer wieder erklärte Peter K. das Fortbleiben seiner Freundin anders. Dabei wollte jeder Monika D. noch einmal sehen. Denn eigentlich wollte das Paar zusammen auswandern. In die USA, wo die beiden erwachsenen Töchter aus Monikas erster Ehe leben - sie warteten seit mehreren Tagen auf ihre Ankunft. Doch Monika D. kam nie an.

„Eine Tochter hat am Mittwoch gegen 17 Uhr bei uns angerufen, weil sie sich Sorgen um ihre Mutter machte“, erzählt Dieter Höhbusch, Leitender Polizeidirektor Dieter Höhbusch. Den Angaben zufolge sollte Monika D. schon längst in den USA sein, die Tochter hatte immer wieder bei dem Lebensgefährten angerufen, um zu erfahren, wo sie blieb. „Doch Peter K. hatte immer eine andere Erklärung, sagte, dass sie schon längst da sein müsste“, so Höhbusch. Doch irgendwann konnte die Tochter ihm nicht mehr glauben. „Sie sagte uns, dass sie Angst habe, dass ihr Lebensgefährte ihr was angetan hat“, so der Leitende Polizeidirektor.

Als die Polizisten am Mittwochnachmittag die Wohnung in der Morsestraße 4 aufsuchten, wollten sie den Mann eigentlich nur befragen. Im Dachgeschoss lebte das Paar, in einer Maisonette-Wohnung mit vielen Fenstern und einer Freiheitsstatur auf dem Balkon. Als die Beamten klingelten, drehte der 44-Jährige durch. Er weigerte sich, die Tür zu öffnen und mit den Beamten zu sprechen. „Gehen Sie weg - oder ich jage das Haus in die Luft“, drohte er.

Fürstenplatz großräumig gesperrt

„Wir mussten diese Drohung ernst nehmen, Zeugenaussagen zufolge roch es im Haus nach Benzin oder ähnlichem“, so Pressesprecher Wolfgang Rodax. Wenige Minuten später begann der Polizeieinsatz mit insgesamt 100 Beamten und dem Spezialeinsatzkommando. Der Fürstenplatz und die Zufahrtsstraße wurden gesperrt, das Wohnhaus des Paares evakuiert. Die Polizei setzte auf die Zermürbungstaktik, immer wieder gab es Telefongespräche zwischen Peter K. und der Polizei. Im Laufe der Zeit soll er immer undeutlicher gesprochen haben, für die Polizei ein möglicher Hinweis auf den Konsum von Drogen, Alkohol oder eines Lösungsmittels. Als die Polizei gegen 22 Uhr die Wohnung stürmte, verletzte sich der 44-Jährige gerade mit einem Messer an Arm und Ellenbogen. Vermutlich wollte er sich das Leben nehmen.

Warum Peter K. seine Lebensgefährtin getötet hat, ist noch unklar. „Das Paar galt als harmonisch, aus dem Umfeld gibt es keine Hinweise auf eine problematische Beziehung“, so Siegmund. Aber es gibt auch andere Stimmen aus der Nachbarschaft. So soll Peter K. zu viel getrunken haben, sei oft aggressiv gewesen sein. Gegen Peter K. wird wegen Betrugs ermittelt, außerdem hatte ihn der Ex-Mann der Toten wegen Körperverletzung angezeigt. Zuletzt war Monika D. am 9. März gesehen worden. Ob ihr Lebensgefährte sie so lange in der Wohnung festgehalten hat, ist bisher unklar. Ebenso unklar ist, ob der Mann die letzten Tage neben der Toten geschlafen hat. „Wir stehen erst am Anfang der Ermittlungen“, sagt der Leiter der Mordkommission. Der Tatverdächtige ist noch im Krankenhaus, ein Antrag auf Haft ist bereits gestellt. Zur Tat geäußert hat er sich nicht.


 
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