26-Jähriger wurde als "Crash-Kid" bekannt: "Brummi-Andi" wieder vor Gericht
VON WULF KANNEGIESSER - zuletzt aktualisiert: 25.02.2011 - 07:38Düsseldorf (RPO). Als "Crash-Kid" erreichte Andreas B. (26) einst traurige Bekanntheit, weil er ohne Führerschein immer wieder mit gestohlenen Lkw unterwegs war. Mit 13 Jahren startete er seine kriminelle Karriere – und kommt davon offenbar nicht los. Jetzt drohen ihm wieder mehrjährige Haftstrafen.
Eine Familie, ein Zuhause, ein Leben ohne Gewalt: Mitte 2008 schien dieser Traum für Andreas B. wahr zu werden. Der Junge, der einst mit seinen illegalen Lkw-Spritztouren für Aufsehen sorgte, schien gefestigt. Im Juni 2008 vorzeitig aus einer neunjährigen Haftstrafe entlassen, hatte er geheiratet und wurde Vater.
Und doch gibt es am 1. März vor dem Landgericht neue Vorwürfe gegen ihn. Wenige Tage später wird ihm beim Amtsgericht Langenfeld zudem ein weiterer Prozess gemacht – wegen zweifachen Raubes.
Als noch nicht strafmündiges Kind hatte B. ab seinem 13. Lebensjahr immer wieder schwere Lkw gestohlen, war damit quer durch Europa gefahren. Als Polizisten in den Niederlanden den Fahranfänger in einem 40-Tonnen-Lastwagen dann stoppen wollten, kam es zur Tragödie: Einer der Beamten wurde durch ein Ausweichmanöver des Jungen damals so schwer verletzt, dass der Familienvater kurz danach starb.
Hatte die Justiz bis dahin noch versucht, milde auf B. einzuwirken – inklusive Erziehungsurlaub auf der Kanareninsel La Gomera – konnte er nun keine Nachsicht mehr erwarten. Zu einer Gesamtjugendstrafe von neun Jahren und drei Monaten verurteilt, musste Andreas B. hinter Gitter. Doch trotz vorzeitiger Entlassung wurde er rückfällig, musste zurück ins Gefängnis und bekam dennoch eine neue Chance.
Mitte 2008 kam er wieder auf Bewährung frei und soll einen Bekannten verprügelt haben. Der, so glaubte er, wollte ihm die Freundin ausspannen. Aus Eifersucht schlug B. mit einem Warndreieck zu. Als der vermeintliche Rivale entkam, fuhr B. (noch immer ohne Führerschein) hinterher, schlug mit einem Schraubenschlüssel ein zweites Mal zu.
Ende 2009 verhängte ein Amtsrichter dafür eine neue Haftstrafe von 21 Monaten. In der Berufung beim Landgericht will B. dagegen angehen, hofft wieder auf eine Bewährungs-Chance. Doch obwohl er seine langjährige Freundin geheiratet hat, muss er womöglich wieder hinter Gitter.
Neue Anklage wegen gemeinschaftlichen Raubes
Zusätzlich droht ihm eine noch längere Haftzeit. Nach RP-Informationen steht ihm am 18. März beim Amtsgericht Langenfeld ein weiterer Prozess bevor. Mit einem befreundeten Paar und mit seiner Frau soll er eine junge Bekannte im September 2009 per Auto in ein Gewerbegebiet verschleppt, soll sie zusammen mit der Gattin verprügelt, ihr ins Gesicht getreten und das Handy geraubt haben. Laut Anklage wurde das Opfer danach in seine Wohnung gebracht. B. und seine Frau schlugen wieder zu und erbeuteten den Computer des Opfers. Die Anklage: zweifacher gemeinschaftlicher Raub.
Ein Teil der früheren Strafen für B. war bisher zur Bewährung ausgesetzt. Hat er mit seiner Berufung beim Landgericht kein Glück und wird in Langenfeld verurteilt, könnten sich seine fälligen Haftstrafen auf fast zehn Jahre addieren.
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