Ungewöhnliche Polizeiaktion auf der Kö: Brutaler Raub: Ermittler befragen Passanten
VON JUDITH CONRADY - zuletzt aktualisiert: 15.01.2010 - 18:15Mit ungewöhnlichen Mitteln versuchte die Polizei am Freitagnachmittag, Zeugen des brutalen Raubüberfalls auf einen Geschäftsmann vor einer Woche auf der Königsallee zu finden. Zwei Beamte befragten vor dem Parkhaus an der Kö 37 Autofahrer und Passanten.
Der Geschäftsmann aus Heerdt hatte am 8. Januar gegen 15.40 Uhr einen hohen Bargeldbetrag zu einer Bank an der Königsallee bringen wollten. Im Parkhaus lauerte ihm der Täter auf und schlug ihn brutal nieder. Der Geschäftsmann erlitt schwere Kopfverletzungen, liegt bis heute im Krankenhaus. Einer Zeugin war kurz nach der Tat ein Mann aufgefallen, der sich verdächtig verhielt. Mit ihrer Hilfe konnte die Polizei ein Phantombild anfertigen, von dem die Beamten glauben, dass es dem Täter sehr ähnlich sieht.
Mit diesem Phantombild postierten sich zwei Polizisten eine Woche nach dem Überfall exakt zur Tatzeit vor dem Parkhaus und hielten Autofahrer und Fußgänger an. Die Ermittler hofften, auf diese Weise einen Zeugen zu finden, der regelmäßig freitags hier unterwegs ist - möglicherweise einen Auswärtigen, der Phantombild und Fahndungsplakate bisher noch nicht registriert hat.
Dass sich Zeugen erst längere Zeit nach einer Tat melden, ist nicht ungewöhnlich. Häufig ist ihnen zunächst gar nicht klar, dass sie eine wichtige Beobachtung gemacht haben. "Viele trauen sich auch nicht, bei der Polizei anzurufen", sagt Ermittler Franz-Josef Franke. "Es besteht manchmal eine gewisse Hemmschwelle. Da kann es helfen, die Leute direkt anzusprechen."
Am Abend lagen der Polizei noch keine konkreten Hinweise aufgrund der Aktion vor. "Die Resonanz war gut, den Bürgern ist der Fall sehr präsent", sagt Polizei-Sprecher Gunter Herring. Es sei aber wohl noch viel Ermittlungsarbeit nötig, um den Täter zu finden. "Wir hoffen auf weitere Hinweise", so Herring.
Dem Opfer geht es inzwischen wieder besser. Der Geschäftsmann ist außer Lebensgefahr. Er konnte bisher noch nicht ausführlich befragt werden, hat aber eine Beschreibung des Täters abgegeben, die mit der der Zeugin übereinstimmt.
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