Theatermuseum auf neuen Wegen: Bühne und Museum in gelungener Symbiose
VON MAIKE SCHULTE - zuletzt aktualisiert: 04.02.2005 - 15:58Düsseldorf (dto). Rund 20.000 Besucher kommen jedes Jahr ins Theatermuseum. Damit es noch mehr werden, schlägt das Haus an der Jägerhofstraße in diesem Jahr neue Wege ein. Multimedial geht es bei der Ausstellung „Liebe & Tod in NRW. Eine Theaterlandschaft wird besichtigt“ zu. Daneben setzt das Haus auf bewährte Kooperationen mit Schauspielhaus und Oper.
„Anders als Kunstliebhaber kommen Theaterbesucher auch ohne ein Museum aus. Und Ausstellungen als reine Objektschauen funktionieren nur begrenzt “, begründet Museumschef Winrich Meiszies das neue Konzept. Daher setzt man verstärkt darauf, Theaterbesuchern mit Ausstellungen, Vorträgen und Seminaren ein interessantes Zusatzangebot zu liefern. „Bildgeschichte des Theaters“ heißt so eine Veranstaltung, deren Teilnehmer sich auf eine Zeitreise vom antiken Griechenland bis zum deutschen Barocktheater begeben.
Auch Kooperationen mit anderen Häusern wie Schauspielhaus oder Oper sollen Besucher ins Theatermuseum locken. So gibt es unter dem Titel „TheaterPlus“ vor oder nach den Aufführungen Hintergrundinfos über aktuelle Bühnenstücke. Ähnlich angelegt ist der „Operntreff“. Das Prinzip scheint aufzugehen. Museumschef Meiszies freut sich über rund 60 Theaterbesucher, die jeden Tag den Weg in sein Haus finden.
Und die Anziehung beruht offenbar auf Gegenseitigkeit. Seit dem Ausbau des Hofgartensaals durch das Schauspielhaus im Jahr 2001 verfügt das Theatermuseum über einen eigenen Bühnenraum mit 60 Plätzen, beliebt bei Freunden des kleinen, intensiven Theaters. Pantomime Nemo, das Rudolf Porsche Theater mit dem Klassiker „Die Möwe Jonathan“, verschiedene NRW-Theater aber auch Schülergruppen geben sich dort 2005 die Ehre.
Auch die mit großem medialen Aufwand konzipierte Ausstellung "Liebe und Tod in NRW" (Start: 12.3.) soll die Symbiose zwischen Theater und Museum stärken. 30 Bühnen des Landes präsentieren sich mit Filmsequenzen aus ihren Aufführungen, die großflächig an die Wände des Hofgartensaals projiziert werden. Im Zentrum des Projektes: die großen Menschheitsthemen „Liebe“ und „Tod“. Im Idealfall heißt das: mehr Besucher nicht nur für die nordrhein-westfälischen Bühnen, sondern auch das hiesige Theatermuseum.
Und zum hundertsten Geburtstag des Schauspielhauses am 28. Oktober hat das Theatermuseum gemeinsam mit der Jubiläumsbühne eine Extra-Ausstellung auf die Beine gestellt. "ZeitZeichen - Vor hundert Jahren: Louise Dumont und Gustav Lindemann eröffnen das Schauspielhaus Düsseldorf" startet am 28. Oktober. Welcher Anlass könnte perfekter sein, um die Theater-Museums-Symbiose zu feiern?
Theatermuseum, Jägerhofstr. 1
Öffnungszeiten: täglich (außer montags) 13.00 bis 20.30 Uhr
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