Varieté: Burlesque-Premiere im Apollo
VON BIRGIT WANNINGER - zuletzt aktualisiert: 23.08.2010 - 13:33Es war eine ungewöhnliche Show, die am Freitag im Apollo Varieté Premiere feierte. Selbst Apollo-Chef John Sinclair Kirkness erklärte, er mache seit 15 Jahren Varieté, aber so etwas habe er noch nicht gesehen. Und wie immer bei solchen Anlässen kamen viele Bekannte, darunter Darsteller aus der Lindenstraße, der Serie „Unter uns“ und der „Anrheiner“.
Zu den Stammgästen zählt Moderator Max Schautzer, der gemeinsam am Tisch mit Modeschöpfer Hanns Friedrich saß. Auch Birgitta Weizenegger, die Ines Kling aus der Lindenstraße spielt, geht regelmäßig ins Apollo. Sie war begeistert von dem Bühnenbild, das plüschig in tiefen Rot gehalten war.
„Salon-Atmosphäre der 30er Jahre – wunderschön“, sagte sie. Burlesque nennt sich die Show, die mit dem Untertitel „sündig, schräg und spektakulär“ wirbt. Burlesque – das bedeutet kunstvolle Striptease-Szenen, witzige Comedy und skurrile Artisten. Wirklich skurril war die Drummer-Nummer.
Michael Clifton, ein Mann in Strapsen und Netzstrümpfen, der über dem String-Tanga mehrere Trommeln um die Hüfte trug und am Po ein Becken befestigt hatte. „Einfach nur klasse“, meinte Comedian Nina Vorbrodt („Sechserpack“), die mit Weizenegger an einem Tisch saß.
Auch Uschi Pannenbecker und Ehren-Oberbürgermeisterin Marlies Smeets waren von dieser Nummer begeistert. „Das Beste in der Show“, sagte Pannenbecker. Den beiden Damen gefiel auch das Duo Max Nix & Willi Widder Nix, die sich gerne „Lords of Comedy“ nennen. Nur mit den Burlesque-Nummern konnten zahlreiche Gäste wenig anfangen. Jennifer Steffens (spielt die Sandra Sarikakis in der Lindenstraße) fand immerhin die einzelnen Szenen gut. „Endlich mal was anderes“, sagte sie.
Für Honey Lulu stimmte das. Sie gab sich wunderbar ironisch mit einem erotischen Tanz auf und in einer überdimensionalen Teetasse – eine Persiflage auf Dita von Teese, die weltweit momentan bekannteste Burlesque-Tänzerin, mit ihrer Show im großen Martini-Glas.
Dagegen waren die anderen Burlesque-Nummern eher fade und ähnelten sich sehr. Die Animationen von Moderatorin Evi Niessner waren platt und überflüssig. Da sollte sie für das anspruchsvolle Düsseldorfer Publikum noch einmal an ihren Texten feilen. Denn mit spritziger Ironie hatten die wenig zu tun.
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