Trotz regelmäßiger Beschwerden: Camper möchten weiter ans Robert-Lehr-Ufer
VON JENNIFER KOCH - zuletzt aktualisiert: 08.04.2010 - 07:35Düsseldorf (RPO). Vom Robert-Lehr-Ufer aus hat man einen tollen Blick auf Rheinturm und Rheinuferpromenade, den direkten Zugang zum Rheinpark und ist auch nicht weit entfernt von der Altstadt – diese Vorteile genießen viele Besitzer von Wohnmobilen immer wieder gerne.
Doch bald soll mit der Idylle Schluss sein. Denn in der Bezirksvertretung (BV) 1 wurde jetzt beschlossen, dass gegen das Parkverbot am Robert-Lehr-Ufer stärker von Seiten des Ordnungsamtes vorgegangen werden soll. Bürger würden sich regelmäßig über die Camper beschweren, die trotz Parkverbots dort ihre Wohnmobile abstellen.
Hans-Joachim Kluthass kann das nicht verstehen. Der Düsseldorfer steht gern mit seinem mobilen Heim am Rheinufer. Manchmal im Bereich der Theodor-Heuss-Brücke, manchmal aber auch neben dem kleinen Hafen mit den Restaurantschiffen. Niemals steht Kluthass auf dem Campern zugewiesenen Parkplatz unterhalb der Rheinterrasse.
Keine Mülleimer, keine Toiletten
"Dort dürfen wir nicht direkt am Rhein parken, sondern müssen an der Mauer stehen, von der aus Betrunkene Flaschen runter werfen. Außerdem fahren dort ständig Autos durch", erklärt der Camper. Die Leistung für die Gebühr von zwölf Euro lasse zu wünschen übrig: Es gibt dort weder mehr Mülleimer als am Lehr-Ufer, noch öffentliche Toiletten oder gar Strom und Wasser, wie es an den Stellplätzen in anderen Städten üblich sei. Außerdem sei der Platz in der Hochsaison meist voll.
Die Vorwürfe, die Bezirksvertreter Wilfried Hachenberg (CDU), der in der BV 1 den Antrag gegen die Campererhebt, finden Kluthass und sein Camping-Nachbar Frank Völkert unverständlich. "Die werfen uns vor, wir würden Dreck machen und in der Öffentlichkeit kochen", sagt Kluthass. Das sei nicht der Fall. Die Camper seien durch ihre Küchen und Toiletten autark, sie benötigen keine Mülleimer und Toiletten. "Wir achten darauf, dass der Platz ordentlich hinterlassen wird. Camper kontrollieren sich gegenseitig."
Das Ordnungsamt hat jetzt die Anweisung, verstärkt auf falsch parkende Camper zu achten. "Wir hatten in den vergangenen, eher kalten Monaten kaum Beschwerden gegen Wohnmobile", sagt Michael Zimmermann, kommissarischer Leiter des Ordnungsamtes.
Trotzdem sei die Rechtslage klar: Außerhalb gekennzeichneter Flächen sei das Campen in Düsseldorf verboten. Nur während der Messe Caravan Salon gebe es eine Kulanz-Regelung. Zu dieser Zeit werden keine Knöllchen verteilt, wenn die Besitzer ihre Wohnmobile wirklich nur abstellen.
In der übrigen Zeit gelte das Parkverbot. "Es kann ja nicht sein, dass der zugewiesene Stellplatz kaum genutzt wird und alle sich woanders hinstellen", sagt Zimmermann, und er ergänzt: "Von massiven Beschwerden der Bürger gegen die Camper weiß ich nichts."
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







