Manfred "Manni" Meyer: Campino trauert um Leibwächter
VON STEFAN KAUFMANN - zuletzt aktualisiert: 08.01.2009 - 08:06Düsseldorf (RPO). Manfred „Manni“ Meyer, Leibwächter der Toten-Hosen, ist einem Krebsleiden erlegen. Er könnte als erster in der Familien-Gruft der Band beigesetzt werden.
Die Konzerte der Toten Hosen im Dezember in Dortmund und Oberhausen waren seine letzten. Im Graben vor der Bühne behielt Security-Chef Manfred „Manni“ Meyer, der von sich selbst sagt, die Toten Hosen bei Konzerten noch nie von vorne gesehen zu haben, den Überblick.
Den Auftritt in der Kölnarena hatte der Leibwächter und Freund von Sänger Campino aber bereits absagen müssen. Zu sehr hatte ein Lungenkrebs-Leiden den 54-Jährigen geschwächt. Am Dienstagnachmittag, nach einer Chemotherapie, so ist aus seinem Umfeld zu hören, brach Manfred Meyer zusammen. Er konnte nicht wiederbelebt werden.
Bandmitglieder und Management sind erschüttert. Schon vor 20 Jahren, bei der „Horrorschau“-Tour der Toten Hosen 1988/89 begleitete Meyer, der bis zuletzt eine eigene Security-Firma betrieb, die Punkband aus Düsseldorf. Außerdem arbeitete der Mann mit den Tätowierungen für die legendären „Ramones“. Er war aber nicht nur mit Punk-Rock-Bands auf Tour. Meyer stand auch bei Auftritten von Lenny Kravitz, Mel C, den Spice Girls und Robbie Williams vor der Bühne.
2001 bekannte er jedoch in einem Interview: „Es gibt für mich nichts Schlimmeres als ein Konzert, bei dem nichts los ist im Graben. Ich mache ja auch Sachen wie Celine Dion und Patricia Kaas. Und wenn man dann im Jackett neben der Bühne steht, das ist eine Katastrophe.“ Das sollte dem Motorrad-Rocker bei den Toten Hosen erspart bleiben. In seinen Glanzzeiten fuhr er mit der Düsseldorfer Punkband nach England und Argentinien, stand mit ihnen beim Rosenmontagsumzug im Mönchskostüm auf dem Wagen.
Wie zu hören ist, wollen die Toten Hosen der Familie des Verstorbenen anbieten, ihn auf dem Düsseldorfer Nordfriedhof beizusetzen. Dort hat die Band 2001 eine Familien-Gruft angemietet. „Wir haben die wichtigsten Jahre miteinander verbracht, haben Karriere gemacht und sind Freunde geworden, warum sollten wir uns da nach dem Tod trennen?“, bekundeten die Hosen damals.
„Eigentlich ist die Idee gar nicht so schlecht“, sagte Campino jüngst in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau. „Dann meldeten sich noch unsere Roadies und wollten auch mit in die Gruft. Ganz dezent und leise fragten sie, ob in unserer Grabstelle noch ein Plätzchen frei wäre. Inzwischen sind wir sicher, dass die 17 Grabstellen alle belegt werden.“
Manfred „Manni“ Meyer könnte der erste sein.
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